Vereine im Heim der Nationen feierten Frühlingsfest

Deutsche Sprache bleibt eine Baustelle

Sie rückten dem Lammbraten mit langen Messern zu Leibe: Sükrü Er (von links), Grillspezialist Bekir Pola und Fehmi Kesgin.

Baunatal. Kermes klingt wie Kirmes und ist auch ein bisschen so: Beim türkischen Frühlingsfest am Heim der Nationen gab es viele ausländische Spezialitäten zu kosten, traditionelle türkische Musik erklang.

Vor allem war das Fest eine Plattform für zwanglose Unterhaltungen zwischen den überwiegend türkischen Besuchern. Schätzungsweise 700 türkischstämmige Baunataler treffen sich im Heim der Nationen regelmäßig, dazu kommen eine 100-köpfige italienische Gemeinde sowie Angehörige islamisch geprägter Staaten, die wie die Türken in den Moscheeräumen des Kulturvereins beten. Den Islamunterricht gestaltet Imam (türkischer Geistlicher) Bakan Dursum. Der sagt: „Dies ist ein offenes Haus.“

Einheimische Mitbürger seien auch jederzeit willkommen, sagt Cemal Bozdogan vom 250 Mitglieder zählenden Verein Heim der Nationen, der das Fest mit dem türkischen Fußball-Club Anadolu Spor organisiert. Schulklassen seien schon zu Besuch gewesen.

Die Anadolu-Fußballer haben am Erlenbach ebenfalls eine Heimat gefunden. Sie veranstalten Fußballturniere, zu denen auch deutsche Teams eingeladen sind.

Das Heim der Nationen, vor drei Jahren mit starker finanzieller Unterstützung der Stadt Baunatal saniert und erweitert, leistet einen Beitrag zur Integration von Bürgern mit islamischem Hintergrund. Vor allem Neubürgern aus islamischen Ländern wolle man es erleichtern, sich in Baunatal zurechtzufinden, sagte Bozdogan.

Die Deutschkenntnisse türkischer Frauen hätten sich verbessert, sagt er, für andere Nationen gelte das häufig nicht. „Das größte Hindernis bei der Integration ist die Sprache“, sagte Bozdogan. Leider sei mangels Geld der Versuch gescheitert, mit der Volkshochschule Sprachlehrgänge anzubieten. Für solche Kurse und auch für ein Nachhilfeprojekt für benachteiligte Kinder seien Zuschüsse nötig. Er hoffe, dass sich der Ausländerbeirat dafür einsetze. (pdi)

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