Deutscher Wetterdienst: Neue Station in Elgershausen

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Wird abgebaut: Die Wetterstation an der Heinrich-Schütz-Allee.

Schauenburg / Kassel. „Die Wetterstation wird Ende August, Anfang September in Betrieb gehen.“ Ivan Simecki, Technischer Projektleiter beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach, nennt den Zeitpunkt für den Start der neuen Wetterstation in Schauenburg.

Dann werden die Wetterdaten für die Region Kassel nicht mehr aus der Großstadt selbst, sondern vom benachbarten Elgershausen aus in die Welt geschickt.

Am Donnerstag wurde die Fläche zwischen Hoof und Elgershausen, direkt neben dem Hochwasserpolder Katzenmühle, von Experten des DWD abgenommen. Mehrere Monate hatten Bau- und Elektrofirmen die Grundlagen für die verschiedenen Messfelder gelegt. Jetzt fehlen nur noch die Sensoren, die beispielsweise Regenmenge, Schneehöhe, Windgeschwindigkeit und Wolkenhöhe messen. Diese sollen kurz vor dem Start innerhalb von drei bis vier Tagen angeschlossen werden.

Muss alles einwandfrei funktionieren: Eckehard Neumann (vorn), der die Anlage künftig wartet, Ivan Simecki (von links), Elke Diederich (beide DWD), Rainer Tunk (Ingenieurbüro Freund), Anja Wachs (HBM), Michaela Weitsch (Architekturbüro Weitsch) und Justin Schmiegelt (DWD) begutachteten das Gelände für die Wetterstation.

Mit der Umstellung wird die bisherige Station an der Heinrich-Schütz-Allee in Kassel abgeschaltet. Das etwa 400 Quadratmeter große Gelände gehe dann zurück an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), sagen Simecki und Projektleiterin Elke Diederich. Die Bundesgesellschaft werde die attraktive Fläche am Westfriedhof dann vermarkten. Bauinteressenten gebe es bereits.

Nur der Computer der alten Anlage wird auch in Elgershausen verwendet. Der Rest der Technik wird neu installiert. Wegen des Umbaus komme es am letzten Tag kurzzeitig zu einem Datenverlust, erläutert Simecki. Das sei aber nicht entscheidend.

Allerhand moderne Sensoren werden auf dem neuen Messfeld installiert. Ein Laser messe beispielsweise die Wolkenhöhe und -dichte, sagt der DWD-Mitarbeiter. „Der Laser schießt durch drei Wolken durch“, erläutert er. 16 Kilometer in die Höhe leuchte der Punktlaser. Ein Empfänger am Boden messe schließlich die Zeit, bis das Signal wieder zurückkomme.

Und werden die Menschen aus dem Bauna-Tal den Strahl des Lasers sehen, wie den der Laserskulptur über Kassel? „Nein“, sagt Simecki, „sehen kann man ihn nicht.“

Ein Schauenburger wird sich aber dennoch sehr intensiv mit der Wetterstation auseinandersetzen. Der Elgershäuser Eckehard Neumann wartet die komplizierte Anlage für den Deutschen Wetterdienst. Einmal in der Woche kommt der Elektrotechniker für zwei Stunden auf das Gelände, um die Sensoren zu überprüfen.

Übrigens mit dem aktuellen Wetter ist die Projektleiterin auch nicht zufrieden. Da der Termin für den Siebenschläfertag eigentlich erst in einer Woche sei, habe sie noch Hoffnung, dass die Prognose für den Sommer noch besser wird. Denn was im Volksmund gesagt werde, stimme: „Wenn am Siebenschläfertag das Wetter schlecht ist, bleibt das so über Wochen.“

Von Sven Kühling

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