Landwirte sind mit den Ergebnissen der Ernte zufrieden

„Die Erträge stimmen“

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Auf dem Feld: Landwirt Lars Peter aus Espenau stellt die Kurzscheibenegge auf die richtige Bearbeitungstiefe ein. Damit wird der Boden des Weizenfeldes nach der Ernte gelockert.

Kreis Kassel. Bis in die Nacht waren die hessischen Landwirte in den vergangenen Wochen mit den Mähdreschern auf ihren Äckern unterwegs, um die Ernte einzubringen.

Nun sind laut Friedhelm Schneider, Präsident des Hessischen Bauernverbandes, mehr als 90 Prozent des Getreides geerntet - mit gutem Ergebnis. Auf der landesweiten Anbaufläche von rund 300 000 Hektar haben die Bauern mehr als 2,1 Millionen Tonnen Getreide eingefahren. Damit haben sie nach Angaben von Schneider eine gute Durchschnittsernte erreicht, bei der auch die Qualität stimmt.

Bei einem Erntegespräch auf dem Hof von Lars Peter in Espenau-Mönchehof stellten Schneider und Erich Schaumburg, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Kassel, die Ergebnisse der Ernte in Hessen und der Region vor. „Die Landwirtschaft kann zufrieden sein mit dem, was sie von den Äckern geholt hat. Die Erträge stimmen“, erklärte auch Schaumburg. Das gilt zum Beispiel für die hessischen Hauptkulturen, Winterweizen und Wintergerste, aber auch für Raps und Zuckerrüben.

Deutlich schlechter fiel die Ernte bei den Sonderkulturen wie Spargel, Erdbeeren, Obst, Gemüse und Kräutern aus. So sank der Spargelertrag um etwa ein Drittel. Der Grund: Nach dem langen Winter war es im Frühjahr zu lange kalt und nass. Darunter haben auch die Kartoffeln und der Mais gelitten. Der Ertrag bei der Kartoffelernte liegt etwa 40 Prozent unter dem Durchschnitt, beim Mais steht die Ernte noch aus. Doch auch hier rechnen die Bauern mit Einbußen.

Das Getreide hatte zunächst ebenfalls unter den niedrigen Temperaturen gelitten. Doch dank des warmen Wetters der vergangenen Wochen sei laut Landwirt Lars Peter der Rückstand so gut wie wettgemacht.

Während die Getreideernte hinsichtlich Qualität und Menge besser ausgefallen ist als erwartet, sind die Erzeugerpreise laut Schneider im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken. Lag der Preis für Brotweizen im Dezember des vergangenen Jahres noch bei gut 250 Euro pro Tonne, bekommen die Landwirte derzeit für dieselbe Menge 160 Euro. „Das, was wir mehr geerntet haben, fängt den Preisrückgang nicht auf“, kritisierte Lars Peter.

Kritik übten Schaumburg und Schneider an der Stilllegung landwirtschaftlicher Flächen wie für Wohngebiete. Denn in Deutschland würden durch den hohen Standard der Kontrollen und Bestimmungen die besten Nahrungsmittel weltweit produziert. (pmi)

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