Kandidaten-Porträt

Sven Makoschey (FDP) aus Ahnatal will in den Hessischen Landtag

Kein Parteisoldat: Sven Makoschey vertritt eigene Positionen, auch gegen die FDP-Linie. Das ehemalige Feuerwehrhaus in Heckershausen hätte die Gemeinde nicht verkauften, sondern dem Geschichtsverein überlassen sollen. Foto: Schräer

Ahnatal. Sven Makoschey hat ein klares Credo, das im Privaten und in der Politik gelten soll: „Niemandem vorschreiben, wie er zu leben hat.“ Die Freiheit des Einzelnen zu wahren, „das macht für mich liberal aus“, sagt der 45-jährige Ahnataler, der für die FDP als Landtagskandidat antritt.

Den Menschen wie die Grünen einen vegetarischen Tag vorzuschreiben, ist „ein absolutes Unding“. Mit ihrer Politik gebe die FDP Rahmenbedingungen vor, „wie er sie ausgestaltet, entscheidet jeder selbst“, meint Makoschey. Dabei stehe seine Partei nicht nur für Wirtschaft und Finanzen, sondern auch für Sozialthemen, bei denen Makoschey einen Schwerpunkt seiner Arbeit sieht.

Zum Beispiel in der Behinderten-Politik – Makoschey, der an MS leidet, ist zu 50 Prozent schwerbehindert. Er stehe auch für Mehr-Generationen-Häuser, wie der ASB eines in Lohfelden anbiete, oder für freie Schulwahl. Nicht allerdings für die Inklusion, bei der behinderte Kinder die Regelschulen besuchen. „Dieses Thema ist gut, aber die praktische Umsetzung ist falsch“, betont Makoschey. Ohne individuelle Hilfen gingen Schüler und Lehrer im Unterrichtsalltag verloren. Dies weiß der 45-Jährige aus den Schilderungen seiner Partnerin, einer Sonderschullehrerin.

Dass er mit seiner Meinung auch mal die Parteilinie verlässt (er ist für Daten-Überwachung), sei kein Problem. „Ich stehe zu meinen Positionen, auch wenn ich anecke.“ Aber auch dies mache die FDP aus, dass sie es toleriere und aushalte. „Bei mir rufen nicht Rösler oder Hahn an und sagen, Makoschey, was hast du da für einen Blödsinn erzählt.“

Die FDP war übrigens nicht immer die politische Heimat des Ahnatalers. 1984 gründete er die Junge Union in Ahnatal, war in der CDU, für die er auch im Gemeindeparlament und im Kreistag saß. 2008 verließ er die Union, die nach links tendiere. „Da kann man gleich SPD wählen.“

Privatmann Makoschey geht gern mit dem Hund seiner Freundin spazieren, reitet auf deren Isländer, spielt Klarinette – seit fast 30 Jahren auch im Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr – und besucht im Gewand Mittelalter-Märkte zusammen mit seiner 14-jährigen Tochter. Er liebt seit der Waldorfschule die Bewegungskunst Eurythmie und Whiskey seit einer Reise durch den US-Staat Tennessee.

Der Politiker Makoschey sieht seine Chancen als Landtagskandidat realistisch. Um von Listenplatz 46 in den Landtag einzuziehen, „müssten wir 36 Prozent der Stimmen bekommen“. Nur so aus Spaß kandidiere er aber auch nicht. Sondern kämpfe um die Freiheit eines jeden und als soziale Komponente der FDP.

DREI MAL, ZUR PERSON

Von Michael Schräer

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