Ausflug zum Geburtstag

Initiative Iasa hilft seit 20 Jahren Flüchtlingen, in Baunatal Fuß zu fassen

Vorfreude auf den Zoo: Ozan (vorn von links), Adan und Ramazan bestiegen gestern mit weiteren Flüchtlingskindern den Bus. Isabella (vorn rechts) hatte sogar einen Zooführer dabei. Helga Neukirchen (hinten in der Bustür) hielt die Schar der Ausflügler zusammen. Foto: Dilling

Baunatal. Es ist ein sonniger Morgen an der Haltestelle Stadtmitte in Baunatal. Der Bus steht zur Abfahrt zum Zoo in Hannover bereit. Helga Neukirchen und Karin Braukmann begrüßen ihre rund 50 mitfahrenden Schützlinge herzlich mit Umarmungen, es sieht aus wie eine riesige Familie aus unterschiedlichen Kulturen, die sich auf einen schönen Tagesausflug freut.

Braukmann und Neukirchen haben sich die Busfahrt nach Hannover als Dankeschön ausgedacht für die Treue der Asylbewerber, denen die Baunataler Flüchtlingsinitiative Iasa seit mehr als zwei Jahrzehnten hilft, sich im Alltag ihrer neuen Heimat zurechtzufinden.

Mit dem Ausflug belohnen sich die beiden Frauen aber auch einmal selbst. Denn sie tragen die Hauptlast der Flüchtlingsarbeit. Das hat sich in den vielen Jahren nicht geändert, mit ihrem Engagement steht und fällt Iasa. Neukirchen freut sich, dass sie inzwischen drei bis vier Helferinnen hat, an die sie schon mal Aufgaben delegieren kann.

Die beiden Baunatalerinnen haben für den Zoobesuch den Sparstrumpf von Iasa kräftig geplündert. Aber wer Erfolg hat, darf auch feiern. In den 20 Jahren seit Bestehen der Iasa habe sich für die betreuten Flüchtlinge schon vieles zum Besseren gewendet, meint Neukirchen. Der Secondhand-Laden der Iasa in Großenritte sei zu einem ständigen Kontaktort nicht nur für die Flüchtlinge geworden.

Auch Einheimische hätten sich dem Kreis inzwischen angeschlossen. Das Misstrauen und die Vorurteile gegen dunkelhäutige Mitbürger oder Frauen, die Schleier oder Kopftuch tragen, sei geschwunden, sagt die 71-Jährige. Und die Kinder der Flüchtlinge bekämen sogar immer häufiger eine Lehrstelle. „Die Integration macht Fortschritte“, sagt Neukirchen. Viele Arbeitgeber störten sich inzwischen nicht mehr an fremdartigen Namen. (pdi)

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