Gefahr bei Unfällen mit Zweirädern

Rasenallee: Motorradfahrer kritisieren neue Schutzplanken

+
Kritik: Die neuen Schutzplanken entlang der Rasenallee, wie hier an der Zufahrt zum Sport- und Freizeitzentrum in Heckershausen, stellen laut Frank Lehmann bei einem Unfall eine Gefahr für Motorradfahrer dar.

Ahnatal. Etwas für die Verkehrssicherheit auf den Straßen zu tun, hält Frank Lehmann aus Vellmar für richtig. Nur, wenn eine Straße wie in Teilen die Rasenallee neu gebaut werde, „sollte an die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gedacht werden“.

Für den 50-Jährigen ist dies bei den Schutzplanken nicht der Fall, die im Zuge der neuen Unterführung ab Einmündung Sport- und Freizeitzentrum Richtung Wilhelmshöhe und im weiteren Verlauf auch an der Kreuzung mit der Bundesstraße 251 montiert wurden.

„Die halten Lkw und Personenwagen auf, für Zweirädfahrer sind sie aber eine Gefahr“, meint der Biker, der neben seinem Pkw eine zwölf Jahre alte Moto Guzzi fährt. So sei zwischen Boden und Schutzplanke ein Abstand von 30 Zentimetern und mehr.

Verunglücke ein Motorradfahrer, rutsche dieser erfahrungsgemäß nicht aufrecht, sondern im Liegen über die Fahrbahn. Und komme daher nicht mit der Planke, sondern eher mit den Pfosten in Berührung. Schon bei einem Aufprall mit geringer Geschwindigkeit „wirken die scharfkantigen Pfosten wie eine Guillotine“. Schwere Verletzungen wie abgetrennte Gliedmaßen könnten die Folge sein.

Es gebe keine grundsätzliche Verpflichtung, Schutzmaßnahmen zu treffen, sagt Horst Sinemus, Sprecher der Straßenbehörde Hessen Mobil. Und wenn diese wie an der Rasenallee erfolgten, würden sie „wie üblich“ montiert.

Es gebe Straßen, an denen zusätzlich zur Schutzplanke auch ein sogenannter Unterfahrschutz montiert werde. Dieser verhindere das Durchrutschen von Motorradfahrern und dass diese auf die Holme aufschlagen. Diese zusätzlichen Bleche kämen an kurvenreichen Strecken mit Serpentinen zum Einsatz oder dort, wo ein höher Gefahrenbereich festgestellt wurde, sagt Sinemus.

Es habe ein Programm für mehr Unterfahrschutz zur Sicherheit von Motorradfahrern auch auf Initiative des ADAC gegeben. Dieses sei aber inzwischen ausgelaufen.

An der Unterführung der Rasenallee gehe die Straße geradeaus, und es herrsche eine Geschwindigkeitsbegrenzung. „Daher sehen wir im Moment keine Veranlassung für Unterfahrschutz“, meint der Sprecher.

Von Michael Schräer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.