Klaus-Dieter Sänger, Fuldataler FDP-Spitzenkandidat im Kreis, zum Wahlausgang

„Die Stimmung war gegen uns“

Das hatte sich die FDP anders vorgestellt: Erfolgreich, wie auf dem Wahlplakat mit Klaus-Dieter Sänger, Spitzenkandidat für den Kreistag, vermerkt, verlief die Wahl für die FDP nicht. Foto:  Brandau

Fuldatal. Klaus-Dieter Sänger fühlt sich wie der Ritter von der traurigen Gestalt. Der Spitzenkandidat der FDP für den Kreistag, der sich auch wieder für den Einzug in das Fuldataler Gemeindeparlament bewarb, vergleicht die Situation seiner Partei mit dem Kampf gegen Windmühlen. Mit bekanntem Ausgang: „Wir hatten keine Chance. Die allgemeine Stimmung war absolut gegen uns.“

Auf Kreisebene wurde der Stimmenanteil mehr als halbiert, statt bisher vier werden künftig nur noch zwei FDP-Abgeordnete im Kreistag sitzen. In Fuldatal, der Heimatgemeinde von Klaus-Dieter Sänger, gab es ebenfalls deutliche Verluste, rutschte die FDP im Ergebnis hinter die FWG zurück. Und wird im Parlament wie die FWG nur noch zwei Mandatsträger haben, einen weniger als bisher.

Da werde es schwer, sich Gehör zu verschaffen, meint Sänger. Der sieht im Kreistag gar eine „einsame Veranstaltung“ auf die FDPler zukommen. „Aber das schreckt uns nicht“, gibt sich der Fuldataler kämpferisch. Jetzt gelte es, die nächsten fünf Jahre der Bevölkerung zu zeigen, was der FDP vor Ort wichtig sei. Und darauf zu hoffen, dass dies dann auch honoriert wird. Denn rückblickend habe sich die FDP im Kreis oder auch in Fuldatal nichts vorzuwerfen. „Ich habe politisch keine Fehler gemacht, klar meine Meinung gesagt, dabei vielleicht auch manchem auf die Füße getreten.“

Aber mit kommunalen Themen hat die Wahl am Sonntag laut Sänger nichts zu tun gehabt. „Viele Wähler haben aus Angst ihr Kreuz gemacht.“ Die Atomkatastrophe in Japan habe alles überlagert. Dennoch werde die FDP das Wahlergebnis annehmen. „Ab morgen beginnt der neue Wahlkampf“, sagt Sänger. Dazu gehört für ihn aber auch, zunächst „in der Partei Tacheles zu reden“, jene Schuldigen in den eigenen Reihen zu benennen, die „sich ungeschickt verhalten haben“.

„Ohne externe Einflüsse“ hätte die FDP im Kreis und in den Kommunen besser abgeschnitten“, glaubt Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Björn Sänger (Ahnatal). Wenn auch nicht in der Größenordnung von 16 Prozent wie beim „Hype von 2009“. Die FDP sei im Kreis in der Fläche präsent mit „mehr Kandidaten und mehr Listen, und wir haben eine positive Mitgliederentwicklung.“ Dass es mit den Ergebnissen jetzt so weit runterging, sei ärgerlich. „Wir arbeiten daran, dass es wieder aufwärts geht.“

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Von Michael Schräer

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