Ahnataler Geschichtsmuseum: Knappe Mehrheit für Befürworter

Als Museum geplant: Das Feuerwehrgerätehaus in Heckershausen soll als „Geschichtsgedächtnis“ für Ahnatal fungieren. In den Hallen könnten die Exponate untergebracht werden, das Dachgeschoss böte Platz für das Gemeindearchiv. Foto: Kisling

Ahnatal. Emotionen pur entluden sich in der Sitzung des Ahnataler Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstagabend im Feuerwehrgerätehaus Heckershausen.

Bei der Diskussion um die Zukunft des Gebäudes - Verkauf oder Nutzung als Geschichtsmuseum sind die Alternativen - waren Befürworter und Gegner des geplanten Heimatmuseums mit viel Herzblut bei der Sache.

Schließlich gelang dem Geschichtsverein ein „kleiner, hart erkämpfter Etappensieg“, wie es Vorsitzender Rolf Mantel formulierte. Mit drei Ja- (SPD, LWG) bei zwei Gegenstimmen (CDU, Grüne) empfahl der Ausschuss die Einrichtung des Museums. Jetzt müssen die Gemeindevertreter in einer Sondersitzung am 17. Februar endgültig entscheiden.

In der knapp zweistündigen Sitzung wurde nach der Vorstellung des Rahmenkonzepts durch die Mitglieder des Geschichts- und Heimatvereins vor 40 Gästen - darunter auch Gemeindevertreter und Feuerwehrleute - zunächst der CDU-Antrag diskutiert, der einen Verkauf des Feuerwehrgerätehauses vorsah. „So sehr wir die Arbeit des Geschichtsvereins honorieren, müssen wir uns doch der Tatsache stellen, dass wir uns dieses Museum vor dem Hintergrund der angespannten finanziellen Situation nicht leisten können“, erklärte Fraktionsvorsitzender Rüdiger Reedwisch. „Wir haben nun mal keinen Dukaten-Esel. Den gibt es nur im Märchen.“ Ähnlich sah dies Jürgen Guthof vom Bündnis 90 / Die Grünen: „Der Haushalt lässt uns keinen Spielraum, das Gebäude muss veräußert werden. Wir können nicht nur in die Vergangenheit blicken.“ Als „historischen Augenblick“ bezeichnete hingegen Dieter Schröder, SPD, die derzeitige Situation. „Das Feuerwehrhaus steht nur jetzt zur Verfügung. Mit einem Verkauf wäre für lange Zeit der Zug für ein Heimatmuseum und die damit verbundene intensive Geschichtsarbeit abgefahren.“

Das befürchtete auch Hans Langlotz, Fraktionsvorsitzender der Liberalen Wählergemeinschaft Ahnatal (LWG). „Seit Jahren höre ich immer das Wort Schulden. So richtig schlecht ist es uns aber nie wirklich ergangen. Ich befürworte daher das Museum.“

Auf die Finanz- und Kostensituation ging Manfred Schröder für den Geschichtsverein in seinen Ausführungen ein und verwies auf kostensenkende Faktoren wie die Übernahme des Gemeindearchivs durch den Geschichtsverein. Argumente für das Museum lieferte auch Willi Müller in seiner Rede, in der er die Frage aufwarf, inwieweit Kommunen zum Geschichtsbewusstsein verpflichtet sind. „Eine Generation, die die Geschichte ignoriert, hat keine Vergangenheit und keine Gegenwart.“ Der Ausschuss schloss sich schließlich mit knappem Votum den Argumenten der Vertreter des Geschichts- und Heimatvereins an.

Hintergrund: Mehr Platz für Exponate

Dauerausstellungen, mediale Aufbereitungen der Geschichte Ahnatals sowie der Aufbau eines Gemeindearchivs - das sind nur einige der künftigen Ziele des jüngst gegründeten Geschichts- und Heimatvereins Ahnatal in einem möglichen Geschichtsmuseum Heckershausen. Die Vorstandsmitglieder stellten in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses ihr Rahmenkonzept zur zukünftigen Nutzung des Feuerwehrgerätehauses vor.

„Das neue Gebäude eröffnet uns die Möglichkeit, die bisherige Arbeit der ehemaligen Arbeitskreise fortzusetzen und neue Projekte zu entwickeln“, erklärte Vorsitzender Rolf Mantel. Aus Platzgründen müssten derzeit viele historische Ausstellungsstücke im Bauhof der Gemeinde sowie in diversen privaten Scheunen aufbewahrt werden. „Durch die neuen Räumlichkeiten hätten wir die Möglichkeit, die komplette Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und neue Angebote bereitzustellen.“

Wie in den ehemaligen Feuerwehrräumen künftig ein Stück Ahnataler Geschichte präsentiert werden kann, erläuterte Manfred Schröder. Nach der Planung des Projektkoordinators könnten die meisten Räumlichkeiten in ihrem derzeitigen Zustand genutzt werden. „Die großen Hallen im Erdgeschoss werden Ausstellungsräume, in denen neben dem historischen Feuerwehrfahrzeug auch alle anderen Exponate ihren Platz finden werden.“

Das geplante Gemeindearchiv - auch für die Öffentlichkeit - soll im Obergeschoss neu entstehen. Dafür soll das Dach ausgebaut und mit vier Dachflächenfenstern versehen werden. Die künftigen Öffnungszeiten des neuen Ortsmuseums stehen noch nicht genau fest. Einig sei man sich jedoch darüber, dass es mindestens einmal wöchentlich geöffnet sein wird. (zms)

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