Einsprüche bis Ende Mai möglich

Doch Windräder bei Windhausen? Regionalplan liegt aus

Windräder über dem Wald: In der Söhre am Rande von Kassel errichteten die Städtischen Werke fünf je 200 Meter hohe Windräder. Das Foto entstand im Dezember 2013 kurz vor der Inbetriebnahme. Im Hintergrund sind Lohfelden und Kaufungen zu sehen. Archivfoto: Prall

Kreis Kassel. Der Ausbau der Windkraft wird auch im Landkreis Kassel kräftig weitergehen. Im Altkreis Kassel sollen ein knappes Dutzend Standorte reserviert werden.

Das sieht der Teilregionalplan Energie vor, der zurzeit in den Rathäusern der Region ausliegt und auch im Internet einzusehen ist. Anwohner können bis zum 29. Mai ihre Stellungnahmen zu den Standorten abgeben.

Auf einigen der ausgewiesenen Windvorrangflächen drehen sich bereits die bis zu 200 Meter hohen Windtürme, andere Windparks befinden sich in der Planungsphase.

Vier Standorte gestrichen 

Gegenüber früheren Plänen gibt es etliche Änderungen. So sind im Altkreis Kassel vier Standorte weggefallen und einer hinzugekommen: Gestrichen wurden die Standorte Trieschkopf bei Söhrewald, Buchberg und Hirschberg bei Helsa sowie westlich von Martinhagen; dort werden sich also in der Zukunft keine Windräder drehen.

Bei Gut Windhausen jedoch soll die Möglichkeit für Windkraft geschaffen werden. Der Standort war im Regionalplan von 2009 verzeichnet, nach der Festlegung der Mindestwindgeschwindigkeit durch das Land auf 5,75 Meter/Sekunde war der Standort wegen zu geringer Windwerte aber weggefallen. Nun ist der Standort wieder im Regionalplan verzeichnet. Das Land Hessen als Eigentümer des früheren Domänengeländes am Sensenstein hält an dem Windstandort fest. Kritiker hatten der hessischen Landesregierung daraufhin vorgeworfen, die Mindestkriterien für Windräder auf ihren eigenen Flächen nicht einzuhalten.

Inzwischen hat die Hessische Landgesellschaft (HLG) ein Gutachten vorgelegt. Es kommt laut dem Regierungspräsidium Kassel zu dem Schluss, dass die durchschnittliche Mindestgeschwindigkeit erreicht wird. Das Kasseler Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes) habe das Ergebnis bestätigt. Das Gutachten wurde bisher nicht öffentlich gemacht.

Die Hessische Landgesellschaft wollte sich gegenüber der HNA gestern nicht zum Windstandort Gut Windhausen äußern. Es handele sich um ein laufendes Verfahren, sagte HLG-Verantwortlicher Gero Sczech. „Wir lassen das Regierungspräsidium jetzt seine Arbeit machen, es gibt keinen veränderten Sachstand.“

55 Einwendungen bisher 

Das Interesse der Anwohner am neuen Regionalplan hält sich indessen in Grenzen. In der ersten Woche der Offenlegung der Pläne haben 46 Bürger online auf die Planung zugegriffen, fünf Bürger haben Einwendungen gemacht, sagte RP-Sprecher Jörg Wiegel gestern der HNA. Darüber hinaus gebe es weitere 50 schriftliche Einwendungen.

Beim RP rechnet man jedoch damit, dass die Zahl der Einwendungen gegen Ende der Frist noch deutlich steigen wird. Bei der vergangenen Offenlegung hatten 15.000 Menschen aus der Region Einsprüche erhoben.

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