Der mittelalterliche Ort Steinrode hat immer sonntags geöffnet – auch zu mieten

Dörfchen mitten im Wald

Mit Wolle und Spindel neben der Kirche: Nelly Lamm, die das Mittelalterdorf betreut, mit Praktikantin Svenja D., Uni Kassel-Witzenhausen. Im Hintergrund eine Schulklasse vor dem Vogthaus. Foto: Sangerhausen

Hann. Münden / Nieste. Es hat sich ein bisschen versteckt – hinter dem Jugendwaldheim und hinter einem Zaun, aber inzwischen verraten auch große hölzerne Schilder, dass da im Wald noch etwas ist: Das mittelalterliche Dörfchen Steinrode, entstanden auf einer Lichtung am Waldrand mithilfe von Ehrenamtlichen des Vereins Libellula, Schülern und Jugendlichen.

Vorratshütte wird größer

Vier Handwerkerhütten, eine Kirche, ein Vogthaus und eine Kochstelle kuscheln sich hinter den Palisaden zusammen. Das nächste Haus ist schon im Bau. Die Vorratshütte wird gerade vergrößert. Wer vor Jahresfrist das Dorf besuchte, wird viele Veränderungen bemerken.

Filzen und Weidenflechten

Immer sonntags kann man Steinrode spontan besichtigen, zwischen 11 und 17 Uhr. „Dann ist immer jemand hier, der Besuchern alles zeigen kann“, sagt Nelly Lamm vom Verein Libellula. Eine Erfrischung wird der durstige Wanderer auch bekommen. Und einmal im Monat besteht dazu die Möglichkeit, selbst handwerklich aktiv zu werden: Filzen zum Beispiel wird angeboten. Gegen maximal 2,50 Euro Materialkosten kann man mitmachen. Eine Einführung ins Weidenflechten gibt es ebenfalls immer mal wieder im Dorf.

Wer schon weiß, dass er mit Freunden das Dorf besuchen möchte, kann auch vorher Bescheid sagen und frischen Kuchen aus dem Lehmbackofen und Kaffee bestellen.

Dorf ist zu mieten

Für private Feiern ist das Dorf auch zu mieten – halber Tag: 60 Euro, ganzer Tag 120 Euro. Grillen oder auf der Feuerstelle kochen kann man mitten im Dorf. Ein Geheimtipp ist der mittelalterliche Kindergeburtstag.

Zu diesem wird auf Wunsch ein Programm mitgeliefert (zusätzlich fünf Euro pro Kind) mit Brotbacken, Bogenschießen und allerlei, was man im Mittelalter so anstellen konnte. Im beheizbaren Vogthaus finden 30 Personen Platz, auf roh gezimmerten Bänken an stabilen Tischen. Dort lässt sich vom Wetter unabhängig trefflich feiern.

Wandern durch den Wald

Erwachsene Wanderer können das Dörfchen auch zu Fuß erreichen – ab Ortsausgang Münden sind es etwa acht Kilometer. Anstatt einfach über die Kohlenstraße zu laufen, kann man auch zwischen diversen Strecken durch den Wald wählen: Vom Parkplatz des NZN aus geht es immer am Waldrand entlang Richtung Autobahn, über den Fuhrmannstein und zur Kohlenstraße. Eine Alternative ist vom selben Ausgangspunkt aus der Lyceumsweg, der ebenfalls zum Fuhrmannstein führt.

Oberhalb der Bahn über die Galgenbergstraße gelange man zum Steinbergweg, verrät Rolf Clauditz, Geschäftsführer des Naturparks Münden. Auf dieser Route komme man am Breiten Stein vorbei und über den Rinderstall nach Steinrode. Wem das zu viel zu laufen ist: Die Tourist-Info Hann. Münden bietet an, für Gruppen die Anreise im Oldtimerbus zu organisieren.

Von Bettina Sangerhausen

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