Bernhard und Frieda Deters aus Rothwesten haben heute vor 65 Jahren geheiratet

Ein Donnerwetter erfrischt die Liebe

Was sich liebt, das neckt sich: Bei Frieda und Bernhard Deters kommt auch nach 65 Jahren noch keine Langeweile auf. Foto: Rogge-Richter

Fuldatal. Wenn man Bernhard Deters aus Rothwesten fragt, warum er heute vor 65 Jahren seine Frau Frieda geheiratet hat, antwortet er: „Nun ja, sie war halt eine weibliche Person, und die konnte ich gut gebrauchen.“ Wenn man dann jedoch sieht, wie liebevoll der 91-Jährige seine Gattin anblickt, die neben ihm in der Küche sitzt und lacht, weiß man, dass Bernhard Deters wieder einmal einen Scherz gemacht hat. „Er macht immer nur Blödsinn. Bei uns kommt nie Langeweile auf“, sagt die 86-Jährige.

Dabei war dem Eisernen Hochzeitspaar so gar nicht zum Lachen zumute, als es sich Anfang 1946 zum ersten Mal begegnete. Frieda Deters hatte damals in Sorge um ihren ersten Ehemann Georg, ihren Heimatort Rothwesten verlassen und war mit der zweijährigen Tochter Anita und ihrer Nichte nach Rühle im Kreis Emsland gereist.

Dort, bei ihren Schwiegereltern, wollte Frieda auf ein Lebenszeichen von ihrem Mann warten, der im Zweiten Weltkrieg als Offizier an der Front gekämpft hatte und verschollen war. Georg Deters hatte sie 1943 geheiratet, als dieser im Fliegerhorst in Rothwesten stationiert war.

„Als wir in Rühle ankamen, holte uns Georgs Bruder, Bernhard, den ich nur von Fotos kannte, auf dem Fahrrad ab“, erinnert sich Frieda Deters. Gemeinsam warteten Frieda und Bernhard, der nach sechsjährigem Kriegsdienst aus Norwegen zurückgekehrt war, auf den Ehemann beziehungsweise Bruder.

„Meine Tochter Anita schloss Bernhard sofort ins Herz, weil er sich so rührend um sie kümmerte“, sagt Frieda Deters. Als sie schließlich erfuhr, dass Georg Deters in Holland gefallen war, musste sie diesen Schock erst einmal verarbeiten. Nach ihrer Rückkehr in Rothwesten entstand – unterstützt von ihrer Schwiegermutter – ein reger Briefwechsel zwischen Frieda und Bernhard.

Bei Feldarbeit verliebt

Als Frieda Deters erneut nach Rühle fuhr, diesmal um Bernhard zu besuchen, verliebten sich die beiden bei der Feldarbeit auf dem Deterschen Bauernhof, verlobten sich und heirateten 1946 in der katholischen Kirche in Ihringshausen.

Zwei Jahre lebten Bernhard und Frieda Deters in Rühle und bekamen zwischenzeitlich Sohn Georg. Aus gesundheitlichen Gründen zogen sie nach Rothwesten. Bernhard Deters arbeitete im Straßenbau, bei AEG, für die Brauerei Kropf und schließlich, bis zur Rente im Jahr 1982, als Klärwärter für die Gemeinde Fuldatal. Während sich Frieda Deters als Hausfrau zunächst ihren Kindern, später fünf Enkeln und heute zehn Urenkeln widmete.

Obwohl sich die Beiden nicht immer einig sind, haben sie keines der gemeinsamen 65 Jahre bereut: „Es gibt auch mal ein Donnerwetter, aber das erfrischt die Liebe“, sagt Frieda Deters. Im Kreise ihrer Familie und Freunde feiern sie am morgigen Donnerstag, 8. September, ihre Eiserne Hochzeit: „Wir haben immer den Tag unsere kirchlichen Hochzeit gefeiert“, sagt Frieda Deters. (pri)

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