Dorfhistorisches Archiv Elmshagen: Besucher tauchen in die Vergangenheit ein

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Kindheitserinnerung: Uwe Sprafke vom Heimatverein Elmshagen hat dem Archiv sein altes Märchenbuch geliehen. Sein Vater hatte es 1947 in englischer Kriegsgefangenschaft für ihn gemacht.

Schauenburg. Die Geschichte Elmshagens steht in einem kleinen, unscheinbaren Raum im Dorfgemeinschaftshaus des Ortes. Dort lagern viele historische Schätze und Kuriositäten. Uwe Sprafke vom Heimatverein Elmshagen hat sie alle zusammengetragen und hortet sie im Dorfhistorischen Archiv Elmshagen liebevoll.

Angefangen hat alles mit der 650-Jahr-Feier des Ortes im Jahr 1984. "Einfach nur feiern war uns zu langweilig", erinnert sich der 70-jährige Rentner. Dann kam ihm und den Mitgliedern des Heimatvereins die Idee, eine Chronik über Elmshagen zu schreiben. Sprafke nahm das Projekt in Angriff und am Ende hatte er so viele geschichtsträchtige Dokumente, Presseberichte und Unikatstücke gesammelt, bis seine Frau sagte, er könne das nicht länger alles zu Hause lagern.

Nachdem die Exponate zunächst in einem Raum der Feuerwehr aufbewahrt wurden, konnten sie nach dem Bau des Dorfgemeinschaftshauses an ihren heutigen Lagerplatz gebracht werden. Seither ist der kleine Raum gefüllt mit alten Telefonen, Nähmaschinen, Urkunden, Fotos und allem, was aus Elmshagen stammt oder mit dem Ort zu tun hat.

Eine Besonderheit sind handgeschnitzte und bemalte Handpuppen aus den 1920er-Jahren, die ein Elmshagener gemacht hat. Zu der Puppentheatersammlung gehören zwölf Köpfe, unter ihnen der Kasper, der sogar noch bekleidet ist, der Teufel und der Tod. "Sie wurden damals als Puppenspiel für Erwachsene verwandt", weiß Sprafke.

Eine kleine Kuriosität kam beim Entrümpeln des Bürgermeisteramtes zum Vorschein: Ein Spurensicherungsbesteck, das zur Verwendung kam, um Fingerabdrücke zu nehmen. Sogar die Gebrauchsanweisung und ein Papierbogen für Fingerabdrücke sind noch vorhanden.

Ein ganz persönliches Ausstellungsstück hat Uwe Sprafke selbst beigesteuert: Ein illustriertes Märchenbuch, das sein Vater Kurt Sprafke 1947 für ihn angefertigt hat, als er in englischer Kriegsgefangenschaft war. "Uwes Fahrt ins Märchenland" nannte der Werbegrafiker das Buch für seinen Sprössling. Darin enthalten sind kunst- und liebevoll gestaltete Bilder zu Märchen wie zum Beispiel Dornröschen, Rotkäppchen und Hans im Glück.

Von Nicole Schippers

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