Gisela Rueppell baut ehemalige Scheune in Simmershausen um – Lebensmittel und lokaler Treffpunkt

Neuer Dorfladen soll ab Oktober Simmershausen versorgen

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Noch Baustelle: Gisela Rueppell in den Räumen des künftigen Dorfladens. Im vorderen Bereich soll eine Klönecke als Treffpunkt für die Einwohner eingerichtet werden.

Fuldatal. Gisela Rueppell hat in einem relativ kleinen Rahmen Großes vor. Ihr Laden, den sie Anfang Oktober in Simmershausen eröffnen will, steht wie das Haus der Begegnung für die Dorferneuerung in dem Fuldataler Ortsteil.

Nur dass die 62-Jährige zusammen mit ihrer Tochter Verena und einem weiteren Partner ihren Beitrag wie auch die Investition von 110 000 Euro auf eigenes Risiko leistet.

Eigentlich, sagt die gelernte kaufmännische Angestellte, habe ihre Tochter nur ein Objekt mit Halle für deren Firma gesucht. Und wurde auf den ehemaligen Bauernhof an der Kasseler Straße mit Scheune, Stall und Wohnhaus aufmerksam. Anfang 2010 wurde gekauft, zum 1. Juli des Jahres begannen die neuen Besitzer mit dem Umbau.

„Durch Gespräche mit der Gemeinde gab es von Anfang an die Idee, einen Dorfladen einzurichten“, sagt Rueppell. Dieser sollte in die ehemalige Scheune einziehen. Ein Plan, der in den vergangenen zwei Jahren die neuen Eigentümer vor manche Herausforderung stellte.

„Wir haben viel von Hand gemacht und dabei unzählige Steine aufgelesen. Wir kamen uns vor wie Trümmerfrauen.“

So musste der Boden des Gebäudes auf dem ansteigenden Grundstück tiefergelegt werden, „damit zwei Geschosse herauskommen“. Abschnittsweise wurde der Untergrund aufgegraben, „wir haben viel von Hand gemacht und dabei unzählige Steine aufgelesen. Wir kamen uns vor wie Trümmerfrauen“, sagt Rueppell.

Direkt an der Ortsdurchfahrt: Der Eingang der ehemaligen Scheune wurde zur Sicherheit der Kunden zurückgesetzt, das Fachwerk darüber neu gesetzt.

Dann wurde das Gebäude Stück für Stück neu unterfüttert, „alles in Eigeninitiative in der Freizeit“. Lediglich der Beton für Boden und Decke sei angeliefert, Elektrik und Wasserleitungen von Fremdfirmen verlegt worden. Wände und Decke mussten aus Gründen des Brandschutzes speziell verkleidet werden.

Im Innern wurden zwei Toiletten eingebaut, ein kleiner Büroraum und ein Treppenhaus ins Obergeschoss. Der Eingang zum Dorfladen wurde etwas zurückgesetzt, „weil er sonst direkt an der Durchgangsstraße gelegen hätte“, sagt die 62-Jährige. Aus diesem Grund musste das Fachwerk über dem Eingang neu gesetzt werden.

Der Dorfladen wird im Erdgeschoss auf 160 Quadratmetern eingerichtet. Das Sortiment habe sie umstellen müssen, nachdem in Simmerhausen ein Getränkemarkt und der Schlecker geschlossen wurden. So will die Betreiberin im hinteren Bereich Grundnahrungsmittel, Getränke, Gemüse und Tiefkühlware anbieten. Vorn im beheizten Bereich soll es Hygiene- und Geschenkartikel, ein kleines Weindepot, Imkerhonig und selbst gemachte Marmeladen geben. Die Produkte sollen möglichst aus der Region stammen. Neben dem Eingang soll eine Klönecke eingerichtet werden, als Treffpunkt im Ort, an dem es auch Frühstück sowie Kaffee und Kuchen gibt. Bis zu fünf Teilzeitkräfte will die Betreiberin einstellen, die neben ihr im Dorfladen arbeiten sollen.

Von Michael Schräer

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