Finanzierung für Umbau von Räumen in Martinhagen noch unklar – Firma Tegut weiterhin optimistisch

Dorflädchen vorerst blockiert

Warten auf neuen Markt: Auch Franz Kerner, hier mit Hund Balu am leer stehenden Einkaufsmarkt in Martinhagen während eines Spaziergangs unterwegs, erhofft sich eine Nachfolgelösung. Foto: Kühling

Schauenburg. Seitdem im März der Edeka-Markt Madl seine Pforten geschlossen hat, gibt es in Martinhagen kein Lebensmittelgeschäft mehr. Vor allem für ältere Menschen ist das eine schwierige Situation. Eigentlich wollte das Fuldaer Unternehmen Tegut in diesen Tagen ein neues Geschäft an gleicher Stelle eröffnen. Doch die Sache ist – zumindest vorübergehend – ins Stocken geraten.

Grund für die Verzögerung sind nach Angaben von Knut John, Tegut-Geschäftsleitung Vertrieb, erforderliche Investitionen in die Räume an der Korbacher Straße. Es seien Umbauarbeiten von erheblichem Ausmaß zu erwarten, sagt John. Mit der Familie Madl, die Eigentümer des Gebäudes ist, verhandele Tegut gerade über die Finanzierung des Umbaus.

Konzept vom Frühjahr

Grundsätzlich zeigt sich John aber zuversichtlich im Blick auf die baldige Eröffnung eines Ladens in Martinhagen. „Ich bin optimistisch, dass wir das verwirklichen“, sagt er. Am im vergangenen Frühjahr vorgestellten Konzept will Tegut festhalten. Geplant ist im Ortskern ein „Lädchen für alles“.

Dieses neue Konzept der Kette sieht neben Lebensmittelverkauf einen Treffpunkt in der Art eines Cafés und verschiedene Dienstleistungen vor. Außerdem sollen in dem Geschäft behinderte Mitarbeiter der Baunataler Diakonie Kassel (BDK) beschäftigt werden. Vorbild ist ein Projekt in Oberweser-Gieselwerder, wo Tegut einen solchen Laden gemeinsam mit der BDK betreibt.

Insgesamt genießt das Projekt viel Rückenwind. „Ich halte einen Laden für Martinhagen für extrem wichtig“, sagt Ortsvorsteher Günter Hengge. „Wir haben eine alternde Bevölkerung.“ Da sei ein Angebot der Nahversorgung von großer Bedeutung. Franz Kerner, ein Anwohner aus der Korbacher Straße, unterstützt dies. „Das ist schon wichtig für Senioren“, sagt der 49-Jährige. „Wir haben viele alte Leute, die kein Auto haben.“

Bürgermeisterin Ursula Gimmler hatte das Vorhaben im Frühjahr mit auf den Weg gebracht. Darauf hatte sie vor der Bürgermeister-Stichwahl im April ausdrücklich verwiesen. Auch sie räumt nun ein, dass es eine Verzögerung wegen der Finanzierungsfrage gebe. Sie werde sich aber weiterhin in Gesprächen mit allen Beteiligten für die Sache einsetzen, sagt Gimmler. Zudem werde das Rathaus prüfen, ob es ein Förderprogramm für den Umbau der Räume gebe. Die Rathauschefin hofft, dass bis Mitte August eine positive Entscheidung für das Lädchen fällt.

Ortsvorsteher Hengge behält die Sache im Blick. „Wir sind am Bohren und Drücken.“ In einer öffentlichen Ortsbeiratssitzung am Dienstag, 9. August, ab 19 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus, soll das Thema auf der Tagesordnung stehen. HINTERGRUND

Von Sven Kühling

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