500 Jahre Kirchenglocke in Wahnhausen – Gottesdienst und historisches Treiben

Drachenkampf zum Fest

Aus Bronze: Eine Tafel mit den Pilgerzeichen der Wahnhäuser Glocke hängt jetzt im Eingangsbereich der Kirche.

Fuldatal. Die 500 Jahre alte Glocke rief und viele kamen zum Jubiläum, dem Wahnhäuser Glockenfest. „Wir feiern, dass die Glocke nicht nur ein Teil unserer 500 Jahre alten Dorfgeschichte ist, sondern auch eine Begleiterin heute und morgen sein wird“, sagte Pfarrer Jens Haußen zu Beginn des feierlichen Gottesdienstes in der Wahnhäuser Kirche, den er gemeinsam mit Ehefrau Kerstin, der Chorvereinigung und der Kindergruppe der Kirchengemeinde gestaltete.

Das Werden der Glocke, die im Jahre 1510 von Hans Kortog in Homberg/Efze gegossen wurde, und ihren Gang durch die Geschichte schilderte das Pfarrerehepaar eindrucksvoll in der Predigt. Sie erzählten deren Lebenslauf, die sie wegen der Inschrift und der auf ihr enthaltenen Siegel der Heiligen Antonius von Grünberg, der Anna von Düren und des St. Georg Antoniusglocke nannten. Sie berichteten über viele Erlebnisse, die die Glocke als alte Dame mit einigen Falten und Gebrechen überlebte.

Die Geburtstagspredigt verfolgten viele Wahnhäuser, die in historischen Gewändern dem Gottesdienst beiwohnten und zahlreiche Menschen aus Rothwesten und den anderen Fuldataler Ortsteilen. Die Kindergruppe der Kirchengemeinde Rothwesten-Wahnhausen hatte von St. Georg angeregt, der auf der Glocke dargestellt ist, ein kleines Anspiel über den Heiligen vorgeführt. Der rettete das Leben der Prinzessin vor dem Drachen, der von ihm getötet wurde, und verteilte die dafür erhaltene Belohnung unter den Armen. Dafür ernteten die Kinder, die das Stück unter Anleitung von Diakonin Susanne Künne spielten, reichlichen Applaus.

Ebenso beeindruckte die Wahnhäuser Chorvereinigung unter Leitung von Holger Kornrumpf mit mehreren Stücken wie dem Lied „Die Heimatglocken“, das das Schlussgeläut der Jubiläumsglocke einleitete. Nach 500 Glockenschlägen begann das Fest mit historischem und mittelalterlichem Treiben an der Kirche.

Zuvor hatte Erich Schneider, zweiter Vorsitzender des Fördervereins Glocke Wahnhausen, eine bronzene Tafel mit den Insignien und Glockendaten im Eingangsbereich der Kirche enthüllt.

Die Jubiläumsglocke stand im Mittelpunkt des Tages. Heimatkundler Klaus Dreyer erläuterte deren geschichtliche Bedeutung mit ihren Pilgerzeichen bei mehreren Rundgängen und führte die Gäste in die Glockenstube, wo die im vergangenen Jahr restaurierte Glocke wieder ihren Dienst tut. Fördervereinsvorsitzender Michael Joost schilderte die Bemühungen des Wahnhäuser Vereins, die Glocke wieder für die Zukunft fit zu machen.

Den Gästen wurde viel geboten: mittelalterliche Ritterspiele, Spiele der Kindergruppe, Erzählungen der Märchenfrau Wilma Börner, handwerkliche Vorführungen in Schmiede, Schusterwerkstatt und durch die Waschfrauen sowie Musik durch Drehorgelmann und Posaunenchor Simmershausen. (phk)

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