Am 1. Mai beginnt Saison der Fahrgastschiffe – Rehbein-Linie startet einen Tag früher

Drei Flüsse unterm Kiel

Im Führerstand der Europa: Klaus-Dieter Rehbein mit der Glocke der „Wappen von Kassel“, dem ersten Schiff des Unternehmens. Die Europa wird übrigens mit den kleinen Steuerhebeln rechts manövriert, das große Steuerrad (Fachbegriff: Haspel) hat lediglich Hilfscharakter.

Fuldatal / Hann. Münden. Der 1. Mai ist das entscheidende Datum. Dann heißt es wieder Leinen los, beginnt offiziell die Saison der Schifffahrt auf den Flüssen der Region. Ab Kassel starten dann die Linie Rehbein aus Wilhelmshausen und die Personenschifffahrt Söllner (Kassel) mit ihren Fahrgästen.

Anna Elisabeth und Klaus-Dieter Rehbein werfen den Motor ihrer Passagierjacht Europa schon einen Tag vorher an. Am Weserstein in Hann. Münden, dem zweiten Standort der Rehbein-Linie, feiern sie am Samstag, 30. April, das 40-jährige Bestehen des Unternehmens und laden zu einem Tag der offenen Tür ein.

Im Herbst 1970 habe er mit seinem Vater Rudolf Rehbein, dem letzten Schiffsführer des bekannten Dampfers „Elsa“, unter der Kastanie am Zusammenfluss von Fulda und Werra gesessen, sagt der 58-Jährige. Damals wurde die Firmenidee geboren. „Und was brauchten wir zuerst? Eine Fahne.“ Es entstand das rote „R“ mit den drei blauen Linien, die Weser, Werra und Fulda symbolisieren. Alle drei Flüsse werden mit den Schiffen befahren.

Mit der gebraucht gekauften „Wappen von Kassel“ beginnt die neue Reederei im April 1971. Das 100-Personen-Schiff stammte von der Donau und musste über Land nach Nordhessen transportiert werden. Die verkaufte „Wappen von Kassel“ liegt heute als Familienjacht in Spiekershausen.

Zur Bundesgartenschau in Kassel werden 1979 die „Fuldatal“ und 1980 der Raddampfer „Brüder Grimm“ erworben. Wobei das Rad des Dampfers für den Antrieb keine Rolle spielte, „das war nur ein Nachläufer“, sagt Rehbein. Die „Fuldatal“ fährt inzwischen auf der Ems, die „Brüder Grimm“ auf dem Genter Kanal in Belgien.

Eine besondere Attraktion hatte die nächste Anschaffung, das Salonschiff „Deutschland“, zu bieten. So ließen Rehbeins den Rohbau mit drei Decks in einer Werft am Main nach eigenen Wünschen herrichten und eine Bundeskegelbahn einbauen. Damals sei das Angebot ein Hit gewesen, inzwischen sei Kegeln nicht mehr so beliebt, die Bahn unter Teppichen versteckt, sagt der 58-Jährige.

Bei Blohm + Voss in Hamburg wurde 1994 die sogenannte Passagierjacht „Europa“ kielgelegt. Der Leichtbau von 30 Meter Länge sei ein „extremer Flachgänger mit maximal 60 Zentimeter Tiefgang und Antrieb hinter dem Schiff“. Dies sei wichtig bei den geringen Pegelständen ab Münden.

Neben der „Europa“ und der „Deutschland“ gibt es aktuell noch die „Stadt Münden“. Ein „kleines Bötchen, gerade einmal 17,10 Meter lang“, mit dem man auch auf der Werra verkehren kann. Das Schiff verfügt über einen Behindertenlift für Rollstuhlfahrer und Hydraulikstützen, die sich in den Flussgrund bohren und mit denen das Schiff dadurch an fast jedem erlaubten Ufer anlegen kann.

Damit schließe sich auch der Kreis zu den Ursprüngen und den drei blauen Linien auf der Fahne, sagt der gelernte Lokführer mit dem Schiffsführerpatent.

Tag der offenen Tür

Zu einem Tag der offenen Tür lädt die Rehbein-Linie für Samstag, 30. April, von 11 bis 16 Uhr nach Hann. Münden an die Anlegestelle „Weserstein“ ein.

Gegen 12 Uhr spricht Mündens Bürgermeister Klaus Burhenne auch zu Schifffahrtsthemen. Flüsserundfahrten gibt es von 12.30 bis 13.45 Uhr (Erwachsene 8 Euro, Kinder 4 Euro). Ab 14 Uhr spielen die Gimter „Tampenjungs“ und die Brackenberger Musikanten. Ab 14.30 Uhr ist Kinder- und Märchenstunde. Und ab 15.15 Uhr treten Doktor Eisenbart und seine Gesellen sowie weitere Märchendarsteller auf. (mic)

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