Arzt weist Kritik zurück: "Christoph 7 fliegt nicht unnötig"

Der Wehlheidener Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD) hat die Notwendigkeit vieler Rettungsflüge des Hubschraubers Christoph 7 in Frage gestellt. Er habe den Eindruck, die Rettung würde teilweise nur den Hausarzt ersetzen. Das weist Dr. Thomas Köhler, leitender Hubschrauberarzt, vehement zurück.

Herr Köhler, was sagen sie zu den Vorwürfen von Norbert Sprafke?

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Dr. Thomas Köhler: „Es ist geradezu infam, wenn Herr Sprafke unterstellt, wir würden zu viele unnötige Einsätze fliegen. Im Jahr 2010 sind wir 1336 Mal im Einsatz gewesen. Eine gerechtfertigte Notarztindikation lag in etwa 90 Prozent aller Fälle vor. In 58 Prozent bestand Lebensgefahr; hinzu kommen Fälle, in denen schnell gehandelt werden musste: Das kann ein Kind sein, das starke Schmerzen hat und schnell in eine geeignete Klinik gebracht werden muss.“

Warum ist es wichtig, dass es Christoph 7 gibt?

Köhler: „Mit dem Hubschrauber können wir Schwerverletzte besonders schnell und sicher in geeignete Kliniken bringen. Das gilt vor allem auch für Kindernotfälle, auf die mein Team durch seine Ausbildung spezialisiert ist. Zu behaupten, diese Spezialisten würden nicht mehr als gewöhnliche Hausarzteinsätze leisten, finde ich diffamierend.“

Wonach entscheidet sich, ob der Hubschrauber bei einem Notruf ausrückt?

Köhler: „Darüber entscheiden nicht wir, sondern die Feuerwehr, bei der der Notruf eingeht. Ich gehe davon aus, dass dort qualifizierte Menschen sitzen. Es kann teilweise auch schwierig sein, einen Notfall nur per Telefon einzuschätzen.“

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