Voraussetzungen für neue Mehrzweckhalle fehlen

CDU, Grüne und FDP fordern Verkauf der Kulturhalle Niedervellmar

Zurzeit wegen Asbestbelastung geschlossen: Die Kulturhalle Niedervellmar soll nach dem Willen von CDU, Grünen und FDP verkauft werden. Archivfoto: Wewetzer

Vellmar. Das Gerangel um die Zukunft der asbestbelasteten Kulturhalle Niedervellmar geht in die nächste Runde. Die Voraussetzungen für eine neue Mehrzweckhalle fehlen.

Während Bürgermeister Dirk Stochla (SPD) und die Sozialdemokraten den Umbau des Gebäudes zu einer Mehrzweckhalle favorisieren, beharren CDU, Grüne und FDP weiterhin auf dem Verkauf.

Ihre Begründung: Die Voraussetzungen, auf denen der Verwaltungschef das Projekt Mehrzweckhalle ins Spiel gebracht habe, seien nicht gegeben: Da die Umwandlung der direkt angrenzenden Grundschule zu einer Ganztagsschule und damit eine Mitnutzung der Kulturhalle durch die Schule „mittelfristig nicht geplant“ sei, entfiele erst einmal auch die finanzielle Beteiligung des Landkreises als Schulträger. So argumentierte Dr. Burkard Müller (CDU) in der gemeinsamen Pressemitteilung von CDU, Grünen und FDP. Schon in der Fragestunde des Kreistages vom Juni habe sich herausgestellt, „dass eine Beteiligung des Landkreises bisher nicht geplant ist“.

Konkrete Beschlüsse gebe es zwar noch nicht, bestätigte Kreispressesprecher Harald Kühlborn auf HNA-Anfrage. Aber: Der Landkreis stehe Ansinnen von Schulen, sich zu einer Ganztagsschule zu wandeln, grundsätzlich positiv gegenüber. Dafür müsse die Grundschule Niedervellmar beim Kreis einen Antrag stellen, der dann vom Kultusministerium genehmigt werden müsse. Da die Grundschule dafür Bereitschaft signalisiert habe, sei es „Unsinn zu sagen, wir blenden das aus“. Deswegen habe es auch ein erstes Gespräch mit dem Vellmarer Bürgermeister zum Umbau der Kulturhalle gegeben. Kühlborn: „Wir legen keiner Schule Steine in den Weg.“

CDU, Grüne und FDP appellieren jetzt an die SPD als Mehrheitsfraktion, „mit einem Verkauf zur Haushaltskonsolidierung beizutragen“. Insgesamt stünden schon „Investitionen von mehr als 15 Millionen Euro“ für die Sanierung von Rathaus, Parkdeck und des Bürgerhauses Obervellmar im Raum, „für die es noch kein Finanzierungskonzept gibt“, rechnete Müller vor. Eine Stadt wie Vellmar müsse mit drei Hallen beziehungsweise Bürgerhäusern (Bürgerhaus Obervellmar, Mehrzweckhalle Frommershausen und Bürgerhaus Vellmar-West) auskommen. In der Stadtverordnetenversammlung Ende April hatte die SPD mit ihrer absoluten Mehrheit einen Antrag der CDU zum Verkauf der Kulturhalle abgelehnt. Dagegen wurde für das Bürgerhaus Obervellmar eine Lösung gefunden. Das wird abgerissen und in abgespeckter Form neu gebaut. Das beschlossen die Stadtverordneten in ihrer Juni-Sitzung gegen die Stimmen der Grünen. Dieser Neubau ist mit 4,35 Millionen Euro kalkuliert.

Von Stefan Wewetzer

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