Wurde er zum Fliegen gezwungen?

Drogenflug: Rätsel um die Rolle des Co-Piloten

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So sah die Drogen-Maschine aus: Mit einem zweistrahligen Flugzeug des Typs Bombardier BD-700 wurde das Kokain über den Atlantik transportiert.

Kaufungen/Las Palmas. Waren sie Opfer oder Komplizen? Nach ihrer Festnahme haben der Co-Pilot aus Kaufungen und die anderen Crewmitglieder laut Medienberichten behauptet, gewaltsam zu dem Flug gezwungen worden zu sein.

Er sollte nach ihren Angaben nach Benin in Westafrika gehen.

Festzustehen scheint jedenfalls, dass in Venezuela nicht alles mit rechten Dingen zuging. Nach der Rekonstruktion des Geschehens durch die Behörden startete der Bombardier-Jet ohne Erlaubnis auf dem Flughafen von Valencia. Erst nach über einer Stunde wurde die Luftabwehr des südamerikanischen Landes aktiv. Da hatte das mit Koks vollgestopfte Flugzeug, das in Malta zugelassen sein soll, längst den Luftraum verlassen.

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Den Venezolanern blieb nur, die spanischen Behörden zu alarmieren. Kampfjets nahmen die Maschine daraufhin über den Kanarischen Inseln in Empfang. Die Polizei in Las Palmas bezweifelt Medienberichten zufolge, dass die Variante der Piloten der Wahrheit entspricht. Es sei kein Fall bekannt, in dem Verbrecherorganisationen fremden Menschen Drogentransporte überlassen hätten, hieß es.

Wer aber ist der Co-Pilot aus Kaufungen? Nach HNA-Recherchen ist er um die 30 Jahre alt. Sein Abitur hat er vor rund zehn Jahren an einem Kasseler Gymnasium gemacht. Danach absolvierte er seine Pilotenausbildung.

Mit dem spektakulären Fall konfrontiert, zeigten sich Menschen aus dem Umfeld des Kaufungers erstaunt und erschrocken. „Das hat er niemals wissentlich gemacht“, sagte ein Bekannter des Mannes gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Bekannte beschreibt ihn als „bodenständigen Typ“ und „leidenschaftlichen Piloten“. Der junge Mann, der in seiner Freizeit Golf spielt, arbeite als freier Pilot. Dabei werde er auch für Überführungsflüge von Maschinen engagiert.

Von Peter Ketteritzsch

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