Über Hürden zum DSL

Fuldatal / Ahnatal. Das schnelle Internet kommt, aber später als geplant. Zum Beispiel in Ahnatal oder Fuldatal, wo nicht seit Sommer, sondern erst ab Ende Oktober /Anfang November die Menschen in den bislang unterversorgten Ortsteilen Heckershausen, Simmershausen und Wilhelmshausen einen DSL-Anschluss bekommen können.

Für die Verzögerung wird die Kasseler Firma ACO verantwortlich gemacht, die den Zuschlag für den Breitbandausbau von 20 Kommunen mit 54 Ortsteilen im Landkreis Kassel bekam. Deren Geschäftsführer Klaus Peter von Friedeburg weist die Kritik allerdings zurück.

Verschiedene Faktoren hatten für den Zeitverzug gesorgt, nicht zuletzt einige der Kommunen selbst, sagt von Friedeburg. Namen nennt er nicht. Aber nach der Einigung vom März 2010 seien erst im September vergangenen Jahres die letzten Verträge unterzeichnet worden, Vorbedingung für den Start des gesamten Projektes. Zu spät, um erforderliche Baugrundgutachten vor dem Frost zu erstellen. So habe der Tiefbau zum Beispiel für die DSL-Richtfunkmasten erst März 2011 beginnen können.

Hindernisse legte auch die Telekom in den Weg. So wollte ACO mit dem Breitbandausbau seit Anfang August – wie bereits in Espenau geschehen – auch in Heckershausen fertig sein. Die Telekom aber weigerte sich, zwei Schaltverteiler für ACO zu errichten. Das Verfahren vor der Bundesnetzagentur habe ein Jahr gedauert, erst dann lenkte die Telekom ein.

Und dann gebe es gelegentlich Probleme im Detail. Wenn beim Bau der Masten Betonfundamente längst abgerissener Häuser auftauchen oder wie jetzt im Schocketal der Bagger auf ein nicht vermutetes Hochspannungskabel stößt. „Es gab einen Erdschluss, zum Glück wurde niemand verletzt“, sagt von Friedeburg. In gut einer Woche soll der Richtfunkmast stehen.

Für den Standort im Schocketal mit genutzten neun Quadratmetern auf einer Wiese müsse ACO 1500 Euro im Jahr zahlen. „Da scheint sich die Gemeinde einen Teil ihrer Förderung zurückholen zu wollen“, meint von Friedeburg.

Schwierig seien die Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gewesen. ACO brauchte zur Versorgung Wilhelmshausens einen Standort in der Fritz-Erler-Anlage in Rothwesten. Einen Mastbau wollte die Bima nicht genehmigen. Den vorhandenen Schornstein aber auch nicht vermieten oder verpachten, sondern zunächst nur das ganze Heizkraftwerk mit 8500 Quadratmeter Grundstück verkaufen. Letztlich habe er 950 Quadratmeter samt Schornstein erwerben müssen, sagt der Geschäftsführer. „Dabei befreie ich die Bundesrepublik vom Abrissrisiko des 60 Meter hohen Schornsteins.“

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