Internet-Zugang per LTE-Funk und auch bald drahtgebunden – Gemeinde äußert Kritik an Telekom

Gleich zweimal DSL für Söhrewald - Kritik an Telekom

Söhrewald. Söhrewald ist eine der ersten Gemeinden in Deutschland, die über den neuen Mobilfunkstandard LTE (Long Term Evolution) mit einem Internet-Zugang per Funk versorgt wird.

Ab sofort können die Einwohner von Söhrewald E-Mails verschicken und im Internet surfen. Erreicht werden sollen Geschwindigkeiten von 3 Megabit pro Sekunde beim Herunterladen und 500 Kilobit beim Hochladen.

Reichweite zehn Kilometer

Für die LTE-Nutzung wurde ein bestehender Mobilfunkmast aufgerüstet. Da die Reichweite bis zu zehn Kilometer beträgt, werden auch Teilbereiche von Kaufungen, Lohfelden, Niestetal und Kassel mit dem Signal versorgt. Die Verfügbarkeit kann man im Internet unter www.telekom.de/4G durch Eingabe der Adresse überprüfen.

Im Söhrewalder Rathaus reagiert man verschnupft auf das Angebot der Telekom. Denn die Gemeinde lässt gerade von der Kasseler Firma ACO Computerservice einen schnellen Internet-Zugang für die bisher nicht versorgten Ortsteile Wattenbach und Eiterhagen legen. Zum 1. September soll der Zugang hier stehen. „Das wundert mich sehr, das ist nicht in Ordnung“, kommentiert Bürgermeister Michael Steisel (SPD) auf Nachfrage der HNA das Angebot der Telekom.

In der Vergangenheit habe die Telekom die Einrichtung von schnellen Internet-Zugängen auf dem flachen Land mit Hinweis auf die nicht vorhandene Wirtschaftlichkeit stets abgelehnt.

Im Vorfeld des ACO-Projektes, bei dem wie in Söhrewald für 58 Dörfer in 18 Großgemeinden im Landkreis Kassel schnelle Internet-Zugänge aufbaut werden, habe man bei allen Anbietern angefragt, ob sie DSL in den betroffenen Dörfern installieren werden. Damals hätten dies alle Anbieter inklusive der Telekom verneint, sagt Steisel.

Daraufhin hat das Land Hessen für das 3 Millionen Euro teure Gesamtprojekt grünes Licht gegeben und Zuschüsse von 2,2 Mio. Euro bewilligt.

Das ACO-Projekt in Söhrewald kostet 105 000 Euro, die Gemeinde trägt davon 45 000 Euro, das Land gibt einen Zuschuss von 60 000 Euro.

Telekom-Sprecher George McKinney weist die Kritik zurück. „Die Kritik ist nicht gerechtfertigt, wir tun schließlich etwas Positives“, meint er. Es handele sich hier um ganz normalen Wettbewerb.

Bürger haben Auswahl

Die Bürger von Söhrewald könnten sich freuen, dass sie nun die Auswahl zwischen verschiedenen DSL-Anbietern haben. Im Übrigen habe die Telekom die für LTE genutzten Frequenzen erst im Mai 2010 ersteigert. Daher habe man gar nicht früher über die Pläne für die LTE-Versorgung informieren können. HINTERGRUND

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