Bürgermeisterwahl in Baunatal: Kandidaten präsentierten sich im HNA-Wahlforum

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Ganz entspannt: Locker ging es zu, bevor es im HNA-Wahlforum in Baunatal ernst wurde: Von links HNA-Redakteur Sven Kühling, Bürgermeister Manfred Schaub (SPD), die Herausforderer Andreas Mock (CDU) und Edmund Borschel (Grüne) mit der Baunataler Redaktionsleiterin Ingrid Jünemann.

Baunatal. 160 konzentrierte Zuhörer und drei gut vorbereitete Kandidaten für das Amt des Baunataler Bürgermeisters sorgten dafür, dass das HNA-Wahlforum am Montag Abend zu einer informativen Veranstaltung für die Wahl am 27. März wurde.

HNA-Lesertreff in Baunatal

Amtsinhaber Manfred Schaub (SPD), Andreas Mock (CDU) und Edmund Borschel (Grüne) diskutierten durchaus auf Augenhöhe. Die leichten Vorteile, die Schaub in Detailfragen durch seinen Amtsbonus hatte, glichen die beiden Herausforderer mit wohldosierter Angriffslust aus.

Einen Schnelldurchlauf durch die Baunataler Kommunalpolitik boten auf dem Podium die beiden HNA-Redakteure Ingrid Jünemann und Sven Kühling. Knapp und präzise mussten die Kandidaten antworten. „Wir können über jedes Thema reden, aber nicht länger als eineinhalb Minuten“, gab Jünemann die Marschroute vor. Das Themenspektrum reichte von der Energiepolitik über die Wirtschaft mit Schwerpunkt VW und den Verkehr bis hin zur Lage in der Innenstadt.

Szenenapplaus: Das Publikum ging schon mal mit, wenn eine Aussage der Kandidaten im Wahlforum in der Baunataler Stadthalle besonders gut ankam.

Nicht weit auseinander lag das Trio beim Thema Windenergie. Schwierig sei es, in einem städtischen Baunatal mit seinen knapp 28 000 Einwohnern Großanlagen zu installieren, kleinere seien eher möglich, hieß es. Auf ein Forschungsprojekt verwies der Bürgermeister. Auch beim Thema VW und dem stetig wachsenden Flächenbedarf gab es keine gravierenden Unterschiede in der Argumentation. „Arbeitsplätze als Grundlage der Zukunftsentwicklung“, sagte Schaub. „Sozial ist das, was Arbeit schafft“, meinte Mock. Blankoschecks wollten sie dem Autobauer jedoch nicht ausstellen. Wer immer mehr „Fläche frisst“, während sich die Gewerbesteuer halbiert habe, bei dem müsse der „Finger in die Wunde gelegt werden“, kritisierte besonders Borschel.

Eng damit verknüpft war die Verkehrssituation. Baunatal-Mitte durch Druck auf die Regierung in Berlin schneller ausbauen plus die Entschärfung der Kreuzung in Hertingshausen führte Manfred Schaub ins Feld, um den Verkehr „beherrschbar zu machen“. Mock registrierte „Stückwerk“ in der Verkehrspolitik: „Zwei Kreisel im Gewerbegebiet am Ratio-Markt reichen nicht.“ Borschel sah in Hertingshausen dagegen nur eine Verlagerung der Verkehrsströme.

Und die Innenstadt? Einen Schlussstrich unter das Projekt Ladengalerie ziehen und neu ausschreiben will Mock, den Investor weiter unterstützen will Schaub, während Borschel das Projekt für komplett gescheitert hält.

Zuvor hatten die Kandidaten noch trefflich beschrieben, warum sie eigentlich Bürgermeister in Baunatal werden oder bleiben wollen. Das fortführen, was er in seiner Amtszeit „angepackt“ habe, will Schaub. Sechs Jahre Opposition reichten Andreas Mock, während Edmund Borschel der erste grüne Bürgermeister in einer deutschen Autostadt werden will.

Von Stefan Wewetzer

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