Martha und Albert Pazinna aus Sandershausen feiern heute Eiserne Hochzeit – Ja-Wort vor 65 Jahren

Im dunklen Kino begann ihre Liebe

Lieben sich seit 65 Jahren: Martha und Albert Pazinna feiern heute das Fest der Eisernen Hochzeit. Foto: Oschmann

Niestetal. „Morgens lese ich immer erst mal meine E-Mails und antworte auch gleich“, erzählt Martha Pazinna (88) voller Begeisterung. Ihr Mann Albert (88) ist stolz darauf, dass seine Frau sich vor acht Jahren noch in den Computer eingefuchst hat und sich am Laptop so gut auskennt. „Also, ich kenne mich damit nicht aus“, sagt er schmunzelnd. Umso mehr bewundert er etwa die Glückwunschkarten, die Martha am PC herstellt.

Ob die Ehefrau auch heute morgen E-Mails checkt? Immerhin feiern sie und ihr Mann heute ihren Eiserne Hochzeitstag. Vor 65 Jahren gaben sich die beiden das Jawort.

Aber das quicklebendige und außergewöhnlich rüstige Ehepaar sieht das pragmatisch. „Gefeiert wird mit der Familie, wenn es passt und alle Zeit haben“, erklären sie.

1946 lernten sich die beiden, die aus Kassel stammen, am Arbeitsplatz bei Henschel kennen. Sie war in der Buchhaltung angestellt, er als Schlosser, später als Fahrer. „Als Martha einmal durch die Werkshalle ging, riefen die Kollegen Albert, da kommt ‘ne Frau für dich“, erzählt der Ehemann. „Na ja, ich fand ihn ganz nett“, erzählt die Ehefrau. Schnell besorgte der junge Mann Karten für das damals einzige Kino auf dem Möncheberg. „Stellen Sie sich mal vor, da nahm er im Dunkeln meine Hand“, erzählt Martha Pazinna ernsthaft. „Und schon war es um mich geschehen“, fügt sie hinzu und strahlt. Ihr Mann schwärmt: „Ich war jung und so verliebt damals“. Nach der Heirat 1947 bezog das junge Ehepaar eine Wohnung am Rothenberg, wo es viele Jahrzehnte lebte und wo der Sohn und die Tochter zur Welt kamen. Der Kleingarten wurde ihr Hobby, 20 Jahre lang war Albert Pazinna Vereinsvorsitzender. Seit einigen Jahren ist die neue Heimat Sandershausen, in direkter Nähe zu Sohn Wolfgang.

Pazinnas waren sehr sportlich, aktiv in der Walking-Gruppe, machten Fahrradtouren in Deutschland, aber auch in Frankreich und der Schweiz. „Als die Therme eröffnete, waren wir dort regelmäßig schwimmen und in der Sauna“, erzählen sie.

Selbstständigkeit ist wichtig

Ganz großen Wert legt das Ehepaar auf seine Selbstständigkeit. Die Ehefrau kocht gern und hat ihren Haushalt fest im Griff. „Eine Putzhilfe, nee, die würde das nie so machen, wie ich es haben will“, sagt sie energisch.

Auch die Pflege, die ihr Mann seit einigen Jahren braucht, bewältigen die beiden allein. „Ich will nicht abhängig von einem Dienst sein“, sagt der alte Herr. Dass sie jetzt für die Zeitung fotografiert werden, freut das betagte Paar ganz besonders. „Von unserer Hochzeit 1947 gibt es nämlich leider keine Bilder“, sagen sie.

Von Sabine Oschmann

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