Wandern auf historischen Spuren

Durch Großenritte führt jetzt ein Eco-Pfad Kulturgeschichte

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Vor der Kreuzkirche: Bei der Eröffnung des Eco-Pfads in Großenritte nahmen über 30 Wanderfreunde teil und erkundeten den historischen Weg. Die Kreuzkirche ist eine der sieben Stationen.

Baunatal. In Großenritte weisen kleine roten Schilder an den Bäumen auf den neuen Eco-Pfad hin. Der nimmt die Spaziergänger mit auf eine Zeitreise.

Auf 5,7 Kilometern ist ein Rundweg entlang sieben bedeutsamer Stationen im Stadtteil entstanden. Los geht die Zeitreise am Bahnhof, wo sich jetzt bei der Eröffnung des Spazierwegs über 30 Wanderfreunde eingefunden hatten, um den Eco-Pfad erstmals zu bestreiten.

Vizelandrätin Susanne Selbert sowie Bürgermeister Manfred Schaub betonten, dass der Weg – der nun mit den Parcours durch Guntershausen und Hertingshausen /Kirchbauna der dritte Eco-Pfad Baunatal ist – nicht nur Touristen anlocken, sondern insbesondere den Bewohnern historische Informationen über ihren Wohnort bieten solle. Die Kosten von rund 16 000 Euro teilt sich die Stadt mit dem Landkreis. Vom Bahnhof geht es zur nächsten Station, dem Hünstein. Die Tafel vor dem fast drei Meter hohen Stein erzählt unter anderem die Sage von dem Riesen, der den Brocken in Elgershausen aus dem Boden riss und bis nach Großenritte schleuderte.

Die Ausarbeitung der Inhalte auf den Tafeln und im dazugehörigen Flyer übernahm – nachdem eine Arbeitsgruppe aus Großenritter Bürgern die Stationen für den Pfad bestimmt hatte – Dr. Thilo Warneke: Er recherchierte, wählte Fotos aus dem Stadtarchiv aus und schrieb die Texte.

Birgit Mietzner kümmerte sich um die grafische Gestaltung. Den letzten Schritt vor der Eröffnung des Spazierwegs übernahm der Hessisch-Waldeckische Gebirgs- und Heimatverein. „Wir haben den Weg erfasst, zertifiziert und markiert“, sagte der Hauptwegewart Peter Vesper. Auch Ingrid Pfaff begab sich gleich am Eröffnungstag auf die historische Reise. Sie freute sich besonders auf die letzte Station. Denn bevor es wieder zurück zum Bahnhof geht, macht man an der über 80 Jahre alten Pfaffeiche halt. „Sie wurde für den Großvater meines Mannes gepflanzt“, erzählte Pfaff.

Denn Karl Franz Pfaff wurde 1881 erster Förster im Wald am Langenberg. Als Anerkennung wurde 1931 die „Pfaffeiche“ gepflanzt. „Meine Enkel können sich auf der Tafel jetzt immer ein Foto ihres Ururopas anschauen“, sagte die Dame stolz.

Von Carolin Hartung

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