Neue Antriebe brauchen neue Karosserien

E-Antrieb könnte wichtiger Baustein für VW-Werk in Baunatal werden

Kassel. Auf der IAA in Frankfurt stellt Volkswagen seine Elektrofahrzeuge vor. Die E-Antriebe stammen aus dem Werk Kassel, dass sich erstmals nicht nur als Fertiger präsentiert, sondern als Entwickler mit dem E-Antrieb. Darüber sprachen wir mit dem Werkleiter Prof. Hans-Helmut Becker.

Die IAA hat begonnen, Volkswagen zeigt den e-up, den e-Golf und den XL1. Was bedeutet der E-Antrieb, der im Werk Kassel gefertigt wird, in punkto Innovation für den Standort?

Prof. Dr. Hans-Helmut Becker: Das Werk hat gezeigt, dass wir nicht nur Fertiger sind, sondern in die Entwicklung einsteigen und innovativ an Produkten arbeiten wollen. Das sichert den Standort Kassel und damit künftige Arbeitsplätze. Der E-Antrieb könnte ein wichtiger Baustein für das Werk werden. Das gilt auch für den neuen Hybridantrieb, der in den Quermotorenbaukasten eingesetzt werden kann

Nach dem Hype 2010 hat die Euphorie für E-Autos nachgelassen. Die neuen Antriebe werden nur in geringen Stückzahlen anlaufen. Lässt sich dies mit dem ruckeligen Start der Direktschaltgetriebes (DSG) vergleichen?

Becker: Es gibt Parallelen. Beim DSG war man zunächst der Meinung, die Kunden möchten solch ein Getriebe nicht. Heute ist es der Erfolgsgarant für den Standort. Von den anfangs niedrigen Stückzahlen beim Start des DSG, internn DQ 250 genannt, fertigen wir heute pro Tag 2900 Stück. Mittlerweile sind über die Hälfte der vier Millionen Getriebe pro Jahr DSGs beziehugnsweise Automatikgetriebe. Wenn so etwas noch einmal gelingt, wäre es eine Riesensache. Beim E-Antrieb starten wir mit 120 Stück pro Tag.

Spielt Ökologie unter der Motorhaube keine Rolle?

Becker: Für junge Leute hat ein schnelles Auto nach wie vor den gleichen Stellenwert wie für meine Generation. Ein Teil der Jugend setzt aber an das Automobil andere Prioritäten, nämlich die ökologische Messlatte. Daher wird ein Auto mit einem Antrieb, der die Umwelt nicht belastet, für sie interessant sein.

Wenn Leichtbau künftig eine größere Rolle spielt, hat es Sinn neue Antriebe in alte Modelle zu stecken? Oder brauchen Autos der Zukunft Karosserien, die aerodynamischer, leichter und dergleichen sind?

Becker: Das stimmt – Volkswagen liefert mit dem XL1, der einen Hybrid-Antrieb hat, ein gutes Beispiel dafür, wie es funktionieren kann. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Um Leichtbau auf den Weg zu bringen, konnten wir den Vorstand überzeugen, dass wir die Magnesium-Gießerei erweitern. So können wir hier vor Ort Magnesium-Teile produzieren. (mwe)

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Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa/dpaweb

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