Verbraucher glauben, Kunde des Energieversorgers zu sein – Tatsächlich beziehen sie Strom über Eon

EAM-Etikett verwirrt Stromkunden von Eon

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Aufkleber sorgt für Verwirrung: Dieses Etikett der EAM-Tochter EnergieNetz Mitte führt bei zahlreichen Verbrauchern zu dem Eindruck, dass sie automatisch EAM-Kunden geworden sind.

Kreis Kassel. Ein Aufkleber, der gegenwärtig an den Stromzählern im Versorgungsgebiet der EAM angebracht wird, sorgt für zusätzliche Probleme bei der Akquise von Kunden durch das neu gegründete Unternehmen.

Die in EAM-Grün gehaltenen Etiketten führen nach HNA-Recherchen bei Stromverbrauchern in der Region zu der Annahme, dass sie Kunden der EAM geworden sind, obwohl dies tatsächlich nicht der Fall ist.

Der Grund für das Missverständnis: Der Aufkleber mit der Aufschrift „EnergieNetz Mitte - Ein Unternehmen der EAM-Gruppe“, einer aufgedruckten Servicenummer sowie E-Mail- und Internetadresse des Unternehmens soll lediglich verdeutlichen, dass der EAM die Stromzähler gehören. Diese sind Teil des Stromnetzes, das zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen Ende 2013 von dem Energiekonzern Eon übernommen haben. Der Aufkleber sagt dagegen nichts darüber aus, ob der Besitzer des Zählers auch Kunde der EAM ist. Viele sind tatsächlich noch immer Kunden von Eon.

Damit verschärft sich ein Missverständnis, das seit der Übernahme der restlichen Anteile von Eon Mitte besteht. Viele Verbraucher glauben, dass sie durch den Kauf der Anteile seitens der Kommunen mit übernommen wurden. Tatsächlich wechselten aber nur das Strom- und das Gasnetz den Eigentümer. Der Vertrieb, also die Kunden, wurden aus Kostengründen nicht mit übernommen.

Bei der EAM weiß man um das Problem. Es sei eine „besondere Herausforderung“, die Missverständnisse auszuräumen, sagte Unternehmenssprecher René Schneider auf HNA-Anfrage. Inzwischen läuft eine PR-Kampagne unter dem Motto „Ihr Stromzähler ist umgestellt, Ihre Rechnung noch nicht“. Die Botschaft: Strom- und Gasverbraucher, die sich für die EAM entscheiden, müssen aktiv wechseln, also bei ihrem bisherigen Anbieter kündigen. Die EAM verfügt zurzeit über mehr als 10.000 Kunden.

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