Probleme bei der Kommunikation

Gemeinsamer Vertrieb von EAM und Städtischen Werken: Landrat räumt Fehler ein

Uwe Schmidt

Kreis Kassel. Die umstrittene Zusammenarbeit der neu gegründeten EAM und der Städtischen Werke Kassel beim Vertrieb von Strom und Gas ist unter Dach und Fach. Die Werke, eine hundertprozentige Tochter der Stadt Kassel, beteiligen sich mit 49,99 Prozent an der EAM Energie GmbH, der Vertriebs-Tochter des neuen Versorgungsunternehmens.

Die entsprechenden Verträge wurden am Montag von Vertretern der beiden Unternehmen unterzeichnet. „Wir freuen uns, dass die Kooperation nun besiegelt ist“, sagte EAM-Geschäftsführer Georg von Meibom. Er fungiert zusammen mit Stefan Welsch, Vorstand Markt der Städtischen Werke, als Chef der gemeinsamen Vertriebsfirma. Kritiker der jetzt beschlossenen Firma hatten moniert, dass mit dem gemeinsamen Vertrieb bereits begonnen wurde, bevor sämtliche Parlamente, darunter der Kreistag des Landkreises Kassel, darüber entschieden hatten. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass man durch die Kooperation mit den Städtischen Werken eng mit einem Konkurrenten zusammenarbeitet. Dazu, wieviele Kunden die im Dezember vergangenen Jahres neugegründete EAM inzwischen gewonnen hat, wollte Unternehmenssprecher Steffen Schulze auf HNA-Anfrage mit dem Hinweis auf dadurch eventuell entstehende Vorteile für die Konkurrenz nicht sagen. Man sei mit der bisherigen Entwicklung allerdings „sehr zufrieden“.

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In der Diskussion über die Kooperation der beiden Energieversorgungsunternehmen hat Landrat Uwe Schmidt (SPD) unterdessen Probleme bei der Kommunikation eingeräumt. Auf die Frage der CDU-Kreistagsfraktion, ob er es für angebracht halte, dass die Kreistagsabgeordneten von der Kooperation erst aus der Presse erfahren haben, antwortet Schmidt mit Nein. Bei der „großen Zahl der Verfahrensbeteiligten“ seien „solche Vorgänge“ vom Kreisausschuss „aber leider nicht zu beeinflussen oder gar zu verhindern“.

zuletzt aktualisiert um 16.46 Uhr

Aus der Antwort Schmidts, die bei der Kreistagssitzung am Montag, 10. November, offiziell vorgelegt wird, geht außerdem hervor, dass über eine Zusammenarbeit zwischen EAM und Werken bereits im ersten Halbjahr 2014, also lange vor dem Beschluss des Kreistages, verhandelt wurde. Neben den Städtischen Werken hätten weitere Unternehmen ihr Interesse bekundet. Auf die Frage, wann der Kreisspitze bekannt geworden sei, dass der Vertrieb von EAM und Städtischen Werken aufgebaut werden soll, verweist Schmidt auf eine Konferenz zu dem Thema am 28. Oktober 2013 in Kassel, zu der auch die Mitglieder von Kreisausschuss und Kreistag eingeladen gewesen seien. Wie berichtet, hatte der Kreistag mit den Stimmen von SPD, Linken, Piraten und Tierschutzpartei den gemeinsamen Vertrieb knapp gebilligt. Im Ausschuss hatte es zuvor keine Mehrheit für das Konzept gegeben, weil die kleinen Fraktionen dort nicht vertreten sind.

Von Peter Ketteritzsch

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