Handelskonzern: Markt in Bürgerhaussaal als Alternative vorstellbar – Landrat für Gespräche über IGS-Aula

Edeka und Kreis sind interessiert

Hans-Richard Schneeweiß

Kaufungen. Als Bürgermeister Arnim Roß (SPD) am Donnerstagabend die Idee für einen Lebensmittelmarkt im heutigen Bürgerhaussaal in Oberkaufungen präsentierte, da blickte sich so mancher Gemeindevertreter verstohlen um. Denn dort, wo das Parlament tagte, würden dereinst Regale stehen und Kunden an der Kasse warten. Ob es soweit kommt, steht allerdings in den Sternen. Die Fraktionen gaben sich am Donnerstag noch zurückhaltend. Selbst die SPD legte sich nicht auf die Vorzugsvariante ihres Bürgermeisters fest.

Für Edeka Hessenring in Melsungen wäre die Variante eines Marktes im heutigen Bürgerhaussaal durchaus eine interessante Alternative zum Neubau auf dem Riffer-Gelände. Geschäftsführer Hans-Richard Schneeweiß: „Ein Markt mit 1400 Quadratmetern erscheint groß genug. Damit muss ich mich aber noch beschäftigen.“ Das Grundstück sei zwar eingeengt, die Anlieferung und die gemeinsame Nutzung der 90 Parkplätze könnte schwierig sein. Andererseits könnte der heutige Markt an der Leipziger Straße als Getränkemarkt genutzt werden.

Schneeweiß: „Das wäre nicht optimal, aber Lebensmittel und Getränke an zwei Standorten haben wir auch in anderen Orten. Wir würden das prüfen.“ Doch der Roß-Vorschlag funktioniert nur, wenn auch der Landkreis Kassel mitzieht. Denn Veranstaltungen sollen künftig in der Aula der Integrierten Gesamtschule (IGS) stattfinden, die noch gebaut werden muss. Landrat Uwe Schmidt (SPD) ist bereit, mit Roß über eine gemeinsame Nutzung der IGS-Aula zu verhandeln. Er könne sich vorstellen, dass die Gemeinde finanziell für die Infrastruktur aufkomme, die über die schulische Nutzung hinausgeht, sagte er auf HNA-Anfrage.

Der Kaufunger Stadtplaner Prof. Wolfgang Rettberg, von dem die Idee für den Lebensmittelmarkt im Bürgerhaussaal stammt, hat nach eigenen Angaben ohne Auftrag der Gemeinde gehandelt.

Bei seiner Idee eines 1400 Quadratmeter großen Marktes (zum Vergleich: Der Rewe-Markt im Handelshof von Niederkaufungen ist 1200 Quadratmeter groß) habe er sich an einem Edeka-Markt in Trendelburg orientiert. Im heutigen Gesellschaftssaal könnten die Obst- und Gemüseabteilungen untergebracht werden. Archivfoto: nh

Von Peter Ketteritzsch und Thomas Stier

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