Edeka-Markt auf Riffer-Gelände ist Kundenmagnet

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Glücklich mit dem neuen Standort: Rita Vollmer-Smit und Ehemann Thomas Smit mussten zwölf Jahre warten, bis sie ihren veralteten Edeka-Markt gegen eine topmoderne Einkaufsstätte tauschen konnten. Der neue Markt hat in den sechs Monaten seit seiner Eröffnung die Einkaufsgewohnheiten in Kaufungen spürbar durcheinandergewirbelt.

Kaufungen. Mehr als zehn Jahre hat die Suche nach dem richtigen Standort für einen Supermarkt in Oberkaufungen die politische Diskussion beherrscht. Nach dem Bau ist nun Zeit für eine Bestandsaufnahme.

Der Edeka-Neumarkt auf dem Gelände der ehemaligen Holzhandlung Riffer neben dem Lossetalstadion ist seit sechs Monaten geöffnet. Zeit nachzufragen, wie sich der Edeka-Markt, für den eigens eine Straße vom Kreisel gebaut wurde, auf den Kaufunger Einzelhandel auswirkt.

Für Thomas Smit und Rita Vollmer-Smit, die den alten Edeka an der Leipziger Straße zwölf Jahre betrieben, ist der Umzug an den neuen Standort schon jetzt eine Erfolgsgeschichte. Die Vergrößerung der Verkaufsfläche von 800 auf knapp 2000 Quadratmeter sorgte vom Start weg für eine Umsatzverdoppelung, die Zahl der Mitarbeiter wuchs von 40 auf jetzt 103. „Man kann die beiden Märkte gar nicht vergleichen“, sagt Rita Vollmer-Smit. Das Sortiment habe sich glatt verdreifacht.

Anfangs sorgte der Anlieferverkehr noch für Ärger, wenn die Lastzüge über die Sensensteinstraße anrollten. Inzwischen kommt aber alles über die neue Straße vom Kreisel. Thomas Smit: „Das sollte sich jetzt beruhigt haben.“

Über zehn Jahre politisch umstritten: Der neue Markt auf dem ehemaligen Riffer-Gelände in Oberkaufungen.

Konkrete Zahlen zur Kundenfrequenz will das Betreiberpaar nicht nennen, aber wie gut der neue Markt angenommen wird, zeigt der rund um die Uhr gut belegte große Parkplatz. Befragungen zeigten, dass viele neue Kunden auch aus den umliegenden Dörfern für den Einkauf in Kaufungen hinzugewonnen werden konnten.

Wie geht es aber dem Edeka-Mitbewerber Rewe, der am Hessenring in Oberkaufungen (900 Quadratmeter), am Handelshof in Niederkaufungen (1100 Quadratmeter) und mit dem Getränkemarkt (450 Quadratmeter) an der Leipziger Straße gleich drei Märkte betreibt? Firmenchef Rainer Balcke, seit 28 Jahren in Kaufungen aktiv, gibt sich gelassen: „Es ist schon ruhiger geworden bei uns, aber das pendelt sich alles wieder ein.“ Balcke schätzt den Umsatzrückgang seit Eröffnung des neuen Edeka-Marktes auf sieben bis acht Prozent.

Erstaunlicherweise spürt er die moderne Konkurrenz aus Oberkaufungen in seinem neuen, erst 13 Jahre alten Markt in Niederkaufungen stärker als am Hessenring. Entgegen vielen Gerüchten über dessen kurz bevorstehende Schließung hat Balcke den Pachtvertrag für den Hessenring gerade verlängert. Der 57-Jährige: „Bis 2020 wird es da also mindestens weitergehen. Der Markt wird schon immer unterschätzt.“ In allen drei Märkten beschäftigt Balcke heute 85 Männer und Frauen, hinzu kommen noch einmal etwa 25 Arbeitsplätze in dem Unternehmen, das für Auspacken und Reinigung zuständig ist. Im Kampf um den Kunden setzt Balcke auf Service: Seine Märkte sind täglich bis 22 Uhr geöffnet, eine Stunde länger als Edeka. Und man kann sich beim Einkauf auch Bargeld auszahlen lassen. Zudem will er alle Märkte in den nächsten Jahren modernisieren.

Auf einen Preiskampf mit dem Mitbewerber werde er sich auf keinen Fall einlassen, sagt er. Die vielfach geäußerten Befürchtungen, ein Markt am Ortsrand von Oberkaufungen könne zur Verödung der beiden Dorfzentren beitragen, teilt Balcke nicht: „Da haben viele mehr Angst gehabt als nötig.“

Von Thomas Stier

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