Nachfolger für Tegut-Markt am Bahnhof noch offen – Auch der Discounter Netto will sich ansiedeln

Edeka will in Helsa bleiben

Nachfolge noch unklar: Seit Ende April ist der Tegut-Markt am Bahnhof Helsa geschlossen. In das Gebäude soll wieder ein Lebensmittelmarkt einziehen. Edeka hat Interesse angemeldet, möglicherweise ist noch ein anderer Interessent im Rennen. Unser Archivfoto von Ende März zeigt Rentner Norbert Heideck beim Einkauf. Archivfoto: Wohlgehagen

Helsa. In die Diskussion um die Nachfolge für den seit Ende April geschlossenen Tegut-Markt am Bahnhof in Helsa kommt Bewegung. Bei einem runden Tisch Mitte September mit Vertretern der Dorfgemeinschaft und aller Fraktionen hat Edeka laut Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) sein Interesse bekräftigt, in Helsa weiter aktiv zu bleiben.

Edeka betreibt in der Berliner Straße einen kleinen Einkaufsmarkt mit 600 Quadratmeter. Eine Erweiterung ist hier nicht möglich. Edeka will nun prüfen, ob man diesen Markt aufgibt und in die größere Immobilie am Bahnhof zieht. Dort stehen die früher von Tegut genutzten Räume von 800 Quadratmeter und zusätzlich ein Getränkemarkt zur Verfügung. Darüber hinaus ist eine Erweiterung des Marktes möglich. Mitte Oktober will Edeka eine Entscheidung über die eigenen Pläne treffen.

Neben Edeka gibt es einen weiteren Interessenten, der in Helsa einen Markt betreiben möchte: Der Discounter Netto interessiert sich allerdings nicht für den Tegut-Standort in Ortsmitte, sondern favorisiert einen Standort an der Berliner Straße am Ortsausgang Richtung Wickenrode.

Dieses Vorhaben hatte die Gemeinde bereits vor Jahren abgelehnt mit der Begründung, drei Einkaufsmärkte seien für Helsa zu viel.

Bei Edeka sieht man sogar nur Kundenpotenzial für einen einzigen Markt. „Nur einer wird überleben“, ist sich Hans-Richard Schneeweiß von Edeka Melsungen sicher. Aber wenn Netto komme, werde sich Edeka dem Wettbewerb stellen. „Unsere Absicht ist es, in Helsa auf eine bessere Fläche zu gehen“, sagte Schneeweiß der HNA.

Politiker entscheiden

Wenn Edeka seine Entscheidung getroffen hat, müssen die Helsaer Kommunalpolitiker neu entscheiden, ob sie den Netto-Markt zulassen möchten. Dazu müsste ein Bebauungsplan für die Fläche an der Berliner Straße aufgestellt werden.

Laut Bürgermeister Küthe will die Gemeinde vermeiden, dass der Tegut-Standort auf Dauer leer steht. Die Immobilie ist im Besitz der Bavaria Bauprojekt GmbH & Co KG (Rotenburg /Fulda). Auch dort hat man Interesse, wieder einen Einkaufsmarkt anzusiedeln. Möglicherweise gibt es neben Edeka einen weiteren Interessenten, Bavaria wollte sich dazu nicht äußern.

Der Standort am Bahnhof sei für einen Markt gut geeignet, sagte Bürgermeister Küthe. Er sei auch zu Fuß gut zu erreichen. Mittelfristig solle der Fußweg über die Losse barrierefrei gestaltet werden. Durch die Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm des Landes sei dies möglich. Wann die Barrierefreiheit umgesetzt werden könne, sei aber noch offen.

Die Marktgrößen von Edeka und Netto sind recht unterschiedlich: Während Edeka rund 12 000 Artikel anbietet, sind es bei Netto rund 4000 Produkte.

Archivfotos: Wienecke, Pinto

Von Holger Schindler

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