Viele Neuanpflanzungen der Elsbeere

Baum des Jahres kommt wieder in den Habichtswald 

Kreis Kassel. Die schöne Else – keiner kennt sie. Das soll sich ändern: Baum des Jahres 2011 ist die in Wäldern nur noch selten anzutreffende und selbst bei Fachleuten in Vergessenheit geratene Elsbeere. Im Habichtswald und im Privatwald Lohmann in Zierenberg findet die mit 20 bis 25 Metern mittelhohe Baumart nun wieder neue Standorte.

200 Bäume sind laut Wolfhagens Forstamtsleiter Uwe Zindel im Habichtswald im April neu gepflanzt worden. Und auch im Zierenberger Privatwald hat Förster Peter Treude 25 Elsbeeren gesetzt.

Der Baum vereint im besonderen Maße ökologische und wirtschaftliche Vorzüge. Sein Holz zählt zum begehrtesten weltweit, in Deutschland ist es das wertvollste überhaupt. Dass die Elsbeere im Wolfhager Land wieder eine Zukunft hat, dafür ist mit den Neuanpflanzungen gesorgt worden. Die neuen Pflanzungen befinden sich nun vor allem an Stellen, an denen die Verjüngung ausgeblieben ist, sagt Zindel.

Windfänger im Wald

Die Vertreterin aus der Familie der Rosengewächse liebt nährstoffreiche, warme Standorte, am liebsten auf Muschelkalkböden. Dem Klimawandel mit zunehmend heißen Sommern ist diese Baumart nach Meinung des Försters gut gewachsen. Stürmen im Übrigen auch. Ein ausgeprägtes Wurzelsystem verhilft der Elsbeere zu hoher Stabilität. An den Rändern gepflanzt, wirkt sie als Windfänger für den gesamten Wald.

Ökologisch ist die Elsbeere unschlagbar, sagt Förster Treude. Von Ende Mai bis Anfang Juni blüht sie in Weiß, bietet Insekten wertvollen Lebensraum und liefert mit ihren Beeren im September / Oktober nahrhaftes Futter für Wildvögel. Im Herbst besticht der Baum durch spektakuläre Färbung seiner Blätter. Wenn die reifen Beeren zu Boden fallen, sind sie ein gefundenes Fressen für Kleinsäuger wie Igel, Füchse und Dachse. Das Holz der Elsbeere aber ist der größte Schatz dieser Baumart: Es ist begehrt für den Bau hochwertigster Möbel, von Musikinstrumenten oder edlen Schiffseinrichtungen. (veg/pbb/nh) 

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