Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum zeigt einen frisch restaurierten Zweispänner

Edles Gefährt dient als Cabriolet

Edles Gefährt: Der Spritzschutz für den Kutscher, die Kotflügel und das Faltdach des Zweispänners sind aus Leder. Fotos:  Wienecke

Lohfelden. Die neueste Errungenschaft des Hessischen Kutschen- und Wagenmuseums in Lohfelden-Crumbach stammt aus der Zeit um 1890. In die Restaurierung des edlen Zweispänners hat Horst Fehr bereits viele Stunden investiert. „Die Räder und das Fahrgestell waren gelb angestrichen, als ich die Kutsche bekam. So konnte das nicht bleiben, schließlich hat sie nichts mit der Post zu tun“, sagt der Museumsleiter und lacht.

Er entschied sich schließlich für ein klassisches Rot. Passend zum Stoff im Kutscheninneren erhielten die Räder im Anschluss noch eine freihändig aufgebrachte blaue Linierung. Da bei der Kutsche des Typs Viktoria-Mylord sehr viel Leder verarbeitet wurde, wirkt sie sehr edel. Namensgeberin für die Typ-Bezeichnung war die englische Königin Victoria (1819 bis 1901).

Die Sitzbank wird durch ein Faltdach geschützt, das sich zurückklappen lässt. „Die Kutsche wurde vor allem zum Repräsentieren genutzt. Heutzutage ist sie als eine Art Cabriolet für Hochzeitspaare geeignet“, sagt der Museumsleiter.

Für den Transport weiterer Fahrgäste gibt es noch eine zweite Sitzbank, die man bei normalem Betrieb nicht sieht. Horst Fehr kippt den Kutschbock kurz nach vorn, damit er die Bank herunterklappen kann. „Hier hinter dem Kutscher können jetzt noch zwei Fahrgäste entgegen der Fahrtrichtung Platz nehmen“, erläutert der Crumbacher. Er hat inzwischen so viel Erfahrung mit dem Restaurieren von Kutschen, dass er gern mit Auskünften behilflich ist.

Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum, Friedrich-Ebert-Ring 14, Lohfelden-Crumbach, jeden ersten Sonntag im Monat 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. 0561/51 68 94, Kontakt und Infos: www.kutschenmuseum.de

Von Bettina Wienecke

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