Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum zeigt ein historisches Gerät zur Lederprägung

Efeublatt kommt aus der Presse

Nächster Schritt: Mit der zweiteiligen Presse werden die Efeublätter aus Leder geprägt. Bei dem dunklen Blatt rechts ist die Vorderseite, bei dem hellen darüber die Rückseite zu sehen. Fotos:  Wienecke

Lohfelden. „Wollen Sie wissen, wie das geht?“, fragt Horst Fehr die Besucher des Hessischen Kutschen- und Wagenmuseums in Lohfelden-Crumbach. Das geschwungene Efeublatt aus Leder, das er in der Hand hält, sieht einem Blatt der Pflanze verblüffend ähnlich, besonders die beidseitige feine Prägung besticht.

Mit einer schweren Stanze werden zunächst - ähnlich wie beim Ausstechen von Plätzchen - Lederrohlinge in Efeuform hergestellt. Ein kleines Loch in der scharfkantigen Form sorgt dabei dafür, dass die Luft entweichen kann, damit das Leder-Efeublatt glatt bleibt und sich auch leicht von der Stanze lösen lässt.

„Beim zweiten Arbeitsschritt wird ausschließlich mit Feuchtigkeit und Druck gearbeitet“, erläutert der Museumsleiter. Die zwei Teile einer Lederpresse formen das angefeuchtete Leder beidseitig, ein Schraubstock übt den notwendigen Druck aus.

Eine Seite der Form ist dabei aus Eisen, die andere aus Bronze. „Feinheiten lassen sich in Bronze einfacher und tiefer ausarbeiten“, berichtet Horst Fehr. Mit den Blättern wurden beispielsweise Lederwaren verziert. Das dreiteilige Set für das Ausstanzen und Prägen ist rund 100 Jahre alt.

Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum, Friedrich-Ebert-Ring 14, Lohfelden-Crumbach, jeden ersten Sonntag im Monat 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. 0561/51 68 94, Kontakt und Infos: www.kutschenmuseum.de

Von Bettina Wienecke

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.