Kindergärten sorgen vor

Kaufungen: Ehec-Erkrankungen durch Catering-Firma verunsichert Menschen

Kaufungen. Auch wenn die Behörden am Donnerstag noch keine genauen Informationen über den Ehec-Fall in Kaufungen herausgaben, so verbreitete sich die Nachricht in der Gemeinde doch in kürzester Zeit.

Einige Kaufunger äußerten sich am Freitag bei einer Umfrage vor Ort verunsichert darüber, dass der Ehec-Keim nun auch im eigenen Ort entdeckt wurde.

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„Es kann ja überall passieren“, sagte Bettina Schaumburg, „ich vermeide frisches Gemüse.“ Der Kaufunger Catering-Betrieb, durch dessen Essenslieferung an eine 68-köpfige Festgesellschaft in Uschlag zwölf Menschen schwer erkrankt sind, sei für sie persönlich keine Gefahr: „Ich nehme keinen Caterer in Anspruch“, sagte die Kaufungerin. „Überrascht“ äußerte sich Rosemarie Haustein aus Greifswald, die zurzeit Verwandte in Kaufungen besucht. „Ich komme aus dem Norden, der Keim hat mich hier eingeholt“, sagte sie.

„Ich habe es aus der Zeitung erfahren“, sagte Ursula Keßler. „Es überrascht einen schon, so direkt im Ort“, sagte die 70-Jährige. Zurzeit nimmt sie Gemüse nur aus Dosen zu sich.

Salat und Obst geprüft

Auch die Gemeinde hat für ihre Kindergärten Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Um die Eltern zu informieren, habe man zu Beginn der Ehec-Erkrankungen Warnhinweise in allen Einrichtungen ausgehängt, sagte Hauptamtsleiter Carsten Marth. Von dem Kaufunger Caterer habe man nichts bezogen. Das Essen in den Kaufunger Kitas werde von der Firma Meyer-Menue aus Paderborn, die auch andere Kindergärten in der Region beliefert, bezogen. Von Meyer-Menue habe man sich eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vorlegen lassen, „dass Salat und Obst geprüft sind“.

In ständigem Kontakt

Auch der Umgang mit Obst in den Kindergärten wurde verändert. So hätten manche Kaufunger Einrichtungen den täglichen Obstkorb, den die Eltern bestücken, vorübergehend abgeschafft; in anderen werde das Obst jetzt besonders sorgfältig gewaschen, geschnitten und wegen der Hygiene nur noch mit der Gabel gereicht.

Die Gemeindeverwaltung in Kaufungen war vom Gesundheitsamt der Region Kassel am Donnerstagmorgen über die Verdachtsfälle informiert worden, sagte Marth. „Wir sind mit dem Gesundheitsamt in ständigem Kontakt.“

Auch die Gesamtschule IGS Kaufungen hat Vorkehrungen gegen Ehec getroffen. „Seit Ehec gibt es in unserer Schulküche keine frischen Salate und Gurken mehr“, sagte Schulleiter Erhard Zammert. Es werde nur noch Gemüse aus Konserven gereicht. Das Schulessen stamme auch nicht aus Kaufungen, sondern von der Hofmann-Menue-Manufaktur (Tauberbischofsheim). Geliefert werden vorgefertigte Menüs, die in der Schulküche gegart werden nach einem Verfahren, das in Hotels üblich sei. Fotos: privat, Fischer/nh

Von Holger Schindler

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