Bewerbung als Bürgermeisters: CDU-Kandidat Karsten Schreiber war in Knickhagen unterwegs

Ehefrau hilft bei Wahlkampftour

Im Gespräch: Hausbesitzer Kurt Höch (von links) im Gespräch mit CDU-Kandidat Karsten Schreiber und dessen Frau Christina. Foto: Schräer

Fuldatal. „Kaum jemand will über Politik und Parteiprogramme reden.“ Diese Erfahrung machte Bürgermeisterkandidat Karsten Schreiber (CDU), als er vor vier Wochen startete, Wähler zu Hause aufzusuchen. Und zog die entsprechenden Schlüsse.

Es gehe den Leuten vielmehr darum, den Menschen kennenzulernen, der gewählt werden will. Fortan verzichtete er bei seiner Tour von Haus zu Haus auf die Begleitung von Parteifreunden. Stattdessen ist seine Ehefrau Christina an seiner Seite, die ja zu dem Menschen Karsten Schreiber gehöre.

„So oft habe ich meinen Mann schon Jahre nicht mehr gesehen“, sagt die 51-Jährige. Und scheint die Hausbesuche zu genießen, für die sich das Paar viel Zeit nimmt. In dieser Woche geht es nach den jeweiligen Arbeitstagen durch Knickhagen.

Kurt Höch (76) treffen Schreibers auf der Straße an. Die Männer kennen sich über die Feuerwehr. Es geht um alte Zeiten, „da warst du noch nicht geboren“, sagt Höch. Dann aber hat der Hausbesitzer doch eine Frage an den Kandidaten: „Was ist mit der steilen Gasse?“ Vor seiner Tür sollten die Sanierungsarbeiten eigentlich angefangen haben.

Die Ausschreibung sei spät erfolgt, sagt Schreiber. Die Arbeiten würden nicht mehr vor dem Winter fertig, da sei es besser, erst im Frühjahr 2013 anzufangen. Was sage er denn zum Bürgermeisterwahlkampf?, fragt der Kandidat. Der 76-Jährige wägt ab: „Du als ehemaliger Feuerwehrhäuptling, er (Klaus Exner) als Verwaltungsfachmann ...“ „Wenn du mich wählst, hast du beide“, sagt Schreiber.

Es folgen einige Gesprächsrunden auf Terrassen und in Wohnzimmern bei einem Glas Wasser oder ohne. Bei Rosemarie Enkawitz (73) dreht sich das Gespräch um Gartenpflanzen, die besonders Christina Schreiber interessieren, um die Imkerei, um Mietschafe für den Hang hinterm Hof und um Leerstand von Häusern in den Dörfern.

Ewald Hobein (70) bemängelt die Grünpflege und die Straßenunterhaltung durch die Gemeinde. An der Arbeitseinteilung des Bauhofs könne man etwas verändern, glaubt Schreiber. Die gemeindlichen Straßen seien aber ein Dauerproblem. Einig sind sich beide, dass Fuldatal vom Tourismus mehr profitieren könne, bei entsprechendem Konzept.

Kurz verläuft ein Gespräch von Straße zu Freisitz im Obergeschoss. Dort raucht ein Mann. Als Schreiber seinen Namen nennt, heißt es „kenne ich nicht“, auf das Angebot ihn kennenzulernen kommt ein: „Das interessiert mich nicht.“ Schreiber glaubt einen der immer zahlreicher werdenden Nichtwähler getroffen zu haben.

Anders Erwin und Anni Rodekurth (beide 79), auch sie lädt Schreiber für Sonntag, 15 Uhr, ins Freizeitzentrum zu Kaffee, Kuchen und Kommunalpolitik ein. „Ja“, meint der Senior, „mit etwas Weitblick kann man was bewegen“.

Kontakt: KarstenSchreiber@aol.com

Kommende Artikel behandeln die Kandidaten privat.

Von Michael Schräer

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