Ehepaar rettete verletzten Uhu

+
Sie entdeckten den Uhu: Martin und Herlinde Fraedrich halfen dem verletzten Greifvogel, der sich auch tagsüber auf diesem Feld zeigte.

Schauenburg. „Wir haben den Uhu schon seit zwei Wochen beobachtet", sagt Martin Fraedrich. Immer wieder sei der seltene Greifvogel in der Nähe ihres Grundstückes im Unteren Firnsbachtal am Fuße des Habichtswaldes aufgetaucht.

Am vergangenen Wochenende war es allerdings kein gewöhnlicher Besuch so wie in den Tagen zuvor.

Martin (79) und Herlinde (73) Fraedrich entdeckten, dass der Uhu verletzt war. „Ein Flügel hing ganz nach unten“, berichtet Fraedrich.

Was dann folgte im Unteren Firnsbachtal war eine Rettungsaktion der besonderen Art. Das Ehepaar sorgte durch seinen Einsatz dafür, dass der angeschlagene Uhu letztendlich in sichere Hände kam.

Für die beiden Elgershäuser war klar, dass sie dem verletzten Tier helfen müssen. Aber wie? Und mit welchen Mitteln? Zunächst informierten sie den Vogelschutzbeauftragten der Gemeinde Schauenburg, Ludwig Fingerling. Außerdem versuchten sie jemanden beim Forstamt Wolfhagen zu erreichen. Das sei nach einigen vergeblichen Telefonaten auch gelungen. Gemeinsam mit Förster Karsten Holzkamp, dem Vogelschutzbeauftragten, Handschuhen und einem großen Handtuch habe man das Tier einfangen können, so Martin Fraedrich.

Der Uhu habe sich nicht besonders gewehrt, berichtet Ehefrau Herlinde. Gemeinsam setzten die Helfer den Uhu, der immerhin eine Spannweite von über 1,50 Meter in ein ausgepolstertes Speißfass. Es sei wichtig, erläutert Ludwig Fingerling, dass man dem Vogel die Augen verdecke. „Wenn er nichts mehr von seiner Umwelt wahrnimmt, dann beruhigt er sich.“

Förster Karsten Holzkamp brachte das angeschlagene Tier schließlich zur Auffangstation für Greifvögel nach Fritzlar.

Der beherzte Einsatz der Familie aus dem Firnsbachtal rettete dem Uhu vermutlich das Leben. „Wenn man ihn nicht entdeckt hätte, dann hätte ein Fuchs, ein Marder oder ein anderer Greifvogel ihn geholt“, erläutert Ludwig Fingerling. „Oder er wäre ganz einfach verhungert.“

Der Vogelschutzbeauftragte geht nun davon aus, dass der Uhu später im Bereich des Hirzsteins wieder ausgewildert wird. Herlinde Fraedrich ist froh über den Ausgang. Sie erinnert sich vor allem an die großen Augen des Uhus. „Damit hat er einen angeguckt, als wolle er sagen: Warum hilft mir denn keiner.“

Von Sven Kühling

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.