Eon Mitte Vertrieb spendiert 6000 Bäume - Pflanzaktion in Söhrewald gestartet

Eichen machen den Wald stark

Erste Eiche: Karl Fischer (von links), Katja und Anna Lukas aus Baunatal, Hella Fischer, Markus Schulte (Eon Mitte Vertrieb) und Ulrich Fischer, Geschäftsführer Eon Mitte Vertrieb (vorn), in Aktion. Foto: Dilling

Söhrewald. Der Sturm Kyrill 2007 und nachfolgende Unwetter haben der Bergkuppe am Franzosentriesch in Söhrewald schwer zugesetzt. Der Wald ist auf einer Fläche von 20 Hektar dahingerafft, unzählige Fichten hat der Sturm umgeknickt oder entwurzelt.

Doch in gut 30 Jahren wird von dem verwüsteten Gebiet nichts mehr zu sehen sein, sondern mächtige Eichen werden ihre Blätter rauschen lassen. Dafür haben am Wochenende Vertreter der Vertriebsgesellschaft des Stromversorgers Eon Mitte, der Naturschutzorganisation Naturefund und des Forstamts Melsungen, das für Söhrewald zuständig ist, den Grundstein gelegt. Sie pflanzten die ersten von 6000 Eichensetzlingen, die Eon Mitte Vertrieb spendiert hat. Ziel ist ein naturnaher Eichen-Hainbuchenwald.

Hessen-Forst setze wieder verstärkt auf die Anpflanzung von Laubhölzern, sagt Sebastian Keidel, stellvertretender Leiter des Forstamts Melsungen.

Man brauche stabile Wälder, um die Schäden durch die immer häufiger auftretenden Stürme gering zu halten. Die Eiche sei dabei für den Standort am Franzosentriesch ideal, erklärt Keidel. Sie trotze Stürmen und vertrage Hitze gut.

„Dieser Wald hat gute Chancen, 300 Jahre oder älter zu werden“, sagte Katja Wiese von Naturefund bei der ersten Pflanzaktion am Wochenende, an der auch Kunden von Eon Mitte und Söhrewalds Bürgermeister Michael Steisel teilnahmen. Die Naturschutzorganisation kauft beispielsweise Flächen an, um sie wieder aufforsten zu lassen. Der Wald speichert schädliches Kohlendioxid ab und hilft damit dem Klimaschutz.

Natürlich ist Holz auch als Wirtschaftsgut begehrt. Bei den Eichen werden laut Keidel 30 bis 40 Jahre ins Land gehen, bevor die ersten Bäume geschlagen werden können. 80 bis 90 Jahre wird es gar dauern, bis Stämme für hochwertiges Furnierholz geerntet werden können.

Doch Keidel wird darauf achten, dass genügend Bäume für Fledermäuse oder den Eremit-Käfer stehen bleiben. Bis zu 179 Arten finden dort ihre Heimat.

Hans-Peter Conrad, Kassels Vizeregierungspräsident, der auch beim Pflanzen half, begrüßte die Aktion. Die großen Infrastrukturprojekte in Nordhessen seien mit „negativen Auswirkungen für die Natur“ verbunden. Da sei ein Ausgleich nötig.

HINTERGRUND

Von Peter Dilling

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