Aus Anlass des Mauerfalls vor 25 Jahren ruft Ahnatalerin Spendenaktion für syrische Flüchtlinge ins Leben

Eigene Dankbarkeit treibt sie an

Hofft auf viele Mitstreiter: Eva Mende aus Ahnatal hat die Spendenaktion „Danke! Mauerfall 1989“ ins Leben gerufen. Foto: Schilling

Ahnatal. Eva Mende war zwei Jahre alt, da packte ihre Mutter 1957 die wichtigsten Besitztümer der Familie in den Kinderwagen von Eva Mendes jüngerer Schwester und machte sich mit beiden Kindern auf den Weg zum Bahnhof. In der Tasche hatte sie einen Interzonenpass, mit dem man zu der Zeit noch aus der DDR nach Westdeutschland reisen konnte.

Die Familie lebte in der Nähe von Dresden und wollte zum Vater, der im Westen Arbeit gefunden hatte. Zehn Stunden dauerte die Zugfahrt, die in die Freiheit, aber auch in die Fremde führte.

„Für das Wunder dieser gewaltfreien Grenzöffnung bin ich unendlich dankbar.“

EVA Mende Hilft Flüchtlingen

Umso größer war die Freude von Eva Mende, als am 9. November 1989 die Mauer fiel. „Für das Wunder dieser gewaltfreien Grenzöffnung bin ich unendlich dankbar. Das hätte auch anders ausgehen können“, sagt die 59-Jährige, die seit 1987 gemeinsam mit ihrem Mann in Ahnatal lebt. Den Jahrestag der Grenzöffnung nimmt sie nun zum Anlass, um dieser Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen. Unter dem Stichwort „Danke! Mauerfall 1989“ hat sie eine Spendenaktion zugunsten der syrischen Flüchtlinge ins Leben gerufen.

Der Clou: Eva Mende hat bereits 911 Euro gespendet (für den 9.11.). Diese Summe soll durch Einzelspenden verdoppelt werden. Gehen darüber hinaus noch weitere 1989 Euro auf dem Spendenkonto ein (für die Jahreszahl des Mauerfalls), wird Eva Mende diese Summe ihrerseits wieder verdoppeln. Insgesamt könnten so 5800 Euro zusammenkommen.

Als Anregung schlägt sie dem Anlass entsprechend kleine Zahlenspielereien als Einzelspenden vor, etwa in Höhe von 9,11 Euro, 19,89 oder 20,14 Euro. Aber natürlich ist auch jede andere Summe willkommen. „Meine größte Freude wäre es, wenn sich auch noch andere Großspender finden würden, die in gleicher Weise mit 911 Euro starten und Einzelspenden von insgesamt 1989 Euro ebenfalls verdoppeln.“

Unabhängige Organisation

Das Geld geht an die internationale Hilfsorganisation humedica mit Sitz im bayerischen Kaufbeuren. „Mir war es wichtig, eine unabhängige Organisation zu unterstützen, die nicht nur medizinische Hilfe leistet, sondern auch für die Grundbedürfnisse der Menschen sorgt, etwa Decken und Lebensmittel organisiert“, sagt Eva Mende.

Mit den Spenden wird die Arbeit von humedica im ostlibanesischen Bekaa-Tal unterstützt, das 25 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt liegt. Dort haben seit dem Beginn des Bürgerkrieges eine halbe Million syrischer Flüchtlinge Zuflucht gefunden. Sie leben laut humedica in Zeltstätten und provisorischen Unterkünften. Verschärft werde die Situation durch den nahenden Winter.

Das Gefühl, Flüchtling zu sein, keine Heimat zu haben, hat Eva Mende durch ihre Kindheit begleitet. Auch darum hat das Schicksal der syrischen Flüchtlinge die engagierte Christin und Mutter dreier erwachsener Kinder stark berührt. Für ihre Spendenaktion hofft sie auf viele Mitstreiter.

Von Meike Schilling

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