Förderungen im sechsstelligen Bereich 

Ein Jahr danach: Radkonzept für Landkreis Kassel trägt erste Früchte

+
Großes Aufgebot bei der Vorstellung des Radverkehrskonzeptes vor genau einem Jahr: (von links) Dirk Schmidt (Gutachter), Uwe Koch (Landkreis Kassel, Sonderfachdienst Verkehr und Sport), Jürgen Vöckel (ADFC Kassel), Uwe Schmidt (Landrat), Gerhard Peter (ADFC Kassel) und Wolfram Ebert (Vorstand Sparkasse Kassel).

Kreis Kassel. Vor einem Jahr wurde das Verkehrskonzept für eine bessere Radinfrastruktur im Landkreis Kassel veröffentlicht. Jetzt setzen Kommunen erste Verbesserungen um. 

„Aktuell sind es zwölf Landkreis-Kommunen, die sich vom Konzept haben inspirieren lassen und jetzt bei der Förderstelle der Landesstraßenbaubehörde Hessen Mobil Förderanträge für kleinere und größere Bauvorhaben an Radwegen gestellt haben“, erklären Uwe Koch, Fachdienstleiter für Verkehr und Sport beim Landkreis, sowie der Radverkehrsbeauftragte des Landkreises, Stefan Arend.

Insgesamt handele es sich dabei um ein Fördervolumen „im mittleren bis oberen sechsstelligen Bereich“, sagt Koch, „Geld, das sonst nie für das Radwegenetz ausgegeben worden wäre, weil die Kommunen ihre Projekte niemals hätten alleine finanzieren können“. Die Zeichen stünden gut, dass diese zwölf Anträge noch in diesem Jahr von Hessen Mobil bewilligt werden.

Tatsächlich war das Radverkehrskonzept für den Landkreis Kassel (erstellt von der Planungsgemeinschaft Iba & Schmidt im Auftrag des ADFC und des Landkreises) im September 2017 gerade zur richtigen Zeit gekommen. Denn da hatte das Land gerade neue Förderrichtlinien zur Verbesserung der Radinfrastruktur herausgegeben. „Diese Förderrichtlinien sind ein völliges Novum“, sagt Koch. Zuvor hätten Kommunen ganz alleine in ihre Radwege investieren müssen. „Jetzt ist es das Land, das große Teile der Kosten übernimmt“. Insofern habe die vor gut zwei Jahren gegründete Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) gegenüber dem Land ganze Lobbyarbeit geleistet. Die AGNH besteht aus kommunalen Akteuren und weiß die Interessen von Städten und Gemeinden entsprechend gut vor dem Land Hessen zu vertreten (siehe Information).

„Und der Landkreis wird weiterhin Hilfen bei der Planung, und im kleinen Rahmen auch bei der Umsetzung von Radverkehrsprojekten leisten können“, sagen Koch und Arend – und nennen vier Beispiele (siehe Hintergrund). Die Vorschläge des Radverkehrskonzeptes dienten den Kommunen in erster Linie als Inspirationsquelle. „Die dort formulierten Ideen sind aber so gut, dass sie natürlich auch eins zu eins von Städten und Gemeinden umgesetzt werden können“, sagt Koch.

Insgesamt zeige sich, dass Radverkehr im Landkreis eine immer größere Rolle spiele. „Das gesamte Klima im Landkreis Kassel ist spürbar fahrradfreundlicher geworden“, sagen Arend und Koch. Immer mehr Menschen seien mit einem Pedelec oder E-Bike unterwegs, „nicht nur touristisch, sondern auch im Alltag hin zum Arbeitsplatz oder zum Supermarkt“.

Und so beschäftigten sich auch die Kommunen immer häufiger mit dem Thema. „Die neuen Fördermöglichkeiten des Landes, aber auch unser Radverkehrskonzept für den Landkreis geben adäquate Anreize“.

Sämtliche im Radverkehrskonzept erarbeiteten Vorschläge zur Verbesserung der Radinfrastruktur in den Kommunen des Landkreises Kassel sind im Internet abrufbar unter www.rvk.lk-kassel.radinformation.de

Beispiele für Verbesserungen am Radwegenetz:

Seit Veröffentlichung des Radverkehrskonzepts für den Landkreis Kassel vor einem Jahr wurden schon einige Verbesserungen am Radwegenetz auf den Weg gebracht. Hier vier Beispiele: 

• Radweg zwischen Wolfhagen und Ippinghausen: Bei diesem Radweg, der parallel zur Leckringhäuser Straße (L 3214) führt, fehlen kurz vor Ippringhausen rund 200 Meter Rad-Piste. Das Land bezuschusst den Lückenschluss jetzt mit 44 000 Euro. Die Gesamtkosten liegen bei 55 000 Euro. 

• Radweg zwischen Espenau-Hohenkirchen und -Simmershausen: Hier wurde auf etwa 1180 Meter eine alte Schotterpiste zu einem 3,5 Meter breiten Radweg ausgebaut. Insgesamt kostete das Vorhaben 53 000 Euro, der Landkreis steuerte 15 000 Euro bei. 

• Radweg zwischen Wahlsburg und Gieselwerder: Der Radweg auf der Ostseite der Weser ist dort an einigen Stellen verbesserungswürdig. In einem Abschnitt sollen jetzt die Schotterpiste asphaltiert, an einer anderen Stelle ein gefährlicher Engpass beseitigt werden. Auch hier wurden schon die Förderanträge auf den Weg gebracht. 

• Radweg zwischen Espenau und Immenhausen: Direkt hinter der Ortsgrenze Espenaus verwandelt sich der Radweg in Richtung Immenhausen (Zum Steinbruch) in eine Schotterpiste. Sie soll jetzt auf 1300 Metern Länge zu einem 3,5 Meter breiten Asphalt-Radweg ausgebaut werden. Die Förderanträge sind gestellt, das Land wird 70 bis 80 Prozent der Kosten übernehmen. Der Landkreis erledigt die Planung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.