Genehmigungsverfahren für 380-kV-Leitung läuft noch

Ein Jahr Verzögerung: Bau der Stromtrasse Wahle-Mecklar erst ab 2018

Arbeiten in luftiger Höhe: Erst wenn ein Mast kurz vor der Fertigstellung steht, werden die Hochspannungskabel (Leiterseile) montiert. Die durchschnittliche Bauzeit für einen Masten beträgt rund vier bis sechs Wochen. Fotos: Tennet/nh

Kreis Kassel. Um etwa ein Jahr wird sich der Neubau der 380-Kilovolt-(kV)-Hochspannungsleitung Wahle-Mecklar verschieben.

Die rund 230 Kilometer lange Leitung beginnt bei Wahle in Niedersachsen, führt im sogenannten Bauabschnitt D auch durch Niestetal, Kaufungen, Lohfelden und Söhrewald und endet schließlich in Mecklar, einem Ortsteil der Gemeinde Ludwigsau im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Die Vorbereitungen laufen seit 2012, mit dem Bau sollte ursprünglich in diesem Frühjahr begonnen werden.

Grund für die Verzögerung ist eine neue Planung der Leitung bei Ludwigsau nördlich von Bad Hersfeld. „Um den Abstand zu Ortschaften zu erhöhen, wollen wir Teile der alten Leitung Borken-Mecklar in die neue Wahle-Mecklar-Trasse mit aufnehmen“, erklärt Markus Lieberknecht, Sprecher des Stromversorgers und Vorhabenträgers Tennet. Diese Veränderung habe zur Folge, dass das seit Sommer 2015 laufende Planfeststellungsverfahren noch nicht abgeschlossen werden konnte.

„Die Planungen zu der veränderten Trasse im Bereich der Ludwigsauer Ortsteile Gerterode, Nieder- und Oberthalhausen sowie Emmrichsrode werden wir im Mai der Genehmigungsbehörde (RP Kassel) zur Prüfung vorlegen“, sagt Lieberknecht. Im Juni werde dann voraussichtlich die Offenlegung dieser Pläne erfolgen. Anschließend prüfe und bearbeite das Regierungspräsidium Kassel alle eingegangenen Stellungnahmen und Einwände. „Mit dem Planfeststellungsbeschluss rechnen wir dann Ende 2017, sodass wir Anfang 2018 mit dem Neubau loslegen können.“

Bekannter Verlauf

Die neue Wahle-Mecklar-Trasse folgt im Wesentlichen dem Verlauf der schon jetzt bestehenden Hochspannungsleitung vom Sandershäuser Berg hinunter bis in die Söhre. Für die östlichen Altkreiskommunen ergeben sich daher kaum Änderungen. Lediglich im Streckenverlauf zwischen Kaufungen-Papierfabrik und Lohfelden-Vollmarshausen wird die Trasse leicht nach Westen verschoben, um einen direkteren und damit kürzeren Linienverlauf zu haben.

Mindestabstand 500 Meter

Markus Lieberknecht

Durchweg wird der Mindestabstand der Überlandleitung zur Wohnbebauung von 500 Metern eingehalten. Einschränkungen für bereits vorhandene oder noch geplante Gewerbegebiete (Sandershäuser Berg, Papierfabrik „Im Nassen“) wird es nur in unmittelbarer Nähe der Überlandleitung geben.

„Gebäude direkt unter der Hochspannungsleitung müssen in ihrer Höhe einen Mindestabstand von 4,95 Metern zum Kabel einhalten, um Überschläge auszuschließen“, sagt Lieberknecht. Auch dürften Gebäude nicht näher als vier Meter an ein Mastfundament herangebaut werden. „Es finden immer Einzelprüfungen statt, wenn es um Neubauten direkt unterhalb oder nahe der Hochspannungsleitung geht“, sagt Lieberknecht.

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