Einbruch ins Baunataler Rathaus: Ließen sich Täter einschließen?

Aufgehebelt: Diesen Wandtresor öffneten die Täter wohl mit schwerem Werkzeug.

Baunatal. In dem kleinen Raum in der dritten Etage riecht es immer noch beißend nach zerschnittenem Metall. Zwei aufgeflexte kleinere Tresore liegen auf dem Boden, ein Wandtresor wurde mit großer Gewalt aufgehebelt.

1700 Euro Bargeld hatten unbekannte Täter in der Nacht zu Donnerstag bei einem Einbruch ins Baunataler Rathaus erbeutet (HNA berichtete). Im Innern - das wird bei einer Besichtigung der Schäden am Tag danach deutlich - gingen die Täter sehr professionell vor.

Unklar ist nach den ersten Ermittlungen der Polizei, wie die Unbekannten zunächst in einen angrenzenden Rohbau gelangten. Von diesem waren sie dann durch eine Gipskartonwand, die sie zunächst angebort und dann eingetreten hatten, in den regulären Rathausbereich eingedrungen. Dass einfach von einem Baugerüst auf die Baustelle traten, wie es zunächst von der Polizei hieß, hat sich nicht bestätigt.

Der Rohbau für die neue Rathausbücherei ist nämlich nach Angaben von Dietrich Geißer, auch Chef des Baunataler Ordnungsamtes, nicht so ohne weiteres zu betreten. Zwei Baustellentüren aus Stahl sichern die Baustelle ab. „Daran wurden keine Einbruchspuren gefunden.“ Ansonsten ist der Rohbau laut Geißer mittlerweile komplett von außen verschlossen.

Auch die Polizei rätselt über das genaue Vorgehen. Möglicherweise habe sich zumindest ein Täter vor Baustellenschluss in dem Rohbau einschließen lassen, so Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Einbruchspuren hätten die Beamten vor Ort bisher nicht entdeckt.

Aufgeflext: Diesen kleineren Tresor schleppten die Unbekannten bis in die dritte Etage.

Im Innenbereich, von der ersten bis zur vierten Etage, durchkämmten die Täter dann zahlreiche Büroräume, brachen Türen und Rollcontainer auf. Die fünfte Etage, in der unter anderem der Bürgermeister sein Büro hat, ließen sie unangetastet. „Die hatten es nur auf Bargeld abgesehen“, sagt Geißer zur Beute. Akten und PCs seien von den Unbekannten nicht angerührt worden.

In das Zimmer ohne Fenster in der dritten Etage haben die Täter die kleineren Tresore aus den unteren Etagen geschleppt, erläutert Geißer. Um keinen Lärm und kein Licht bei der Aufbrucharbeit nach außen dringen zu lassen, hätten die Täter vermutlich extra diesen Raum gewählt.

Dass die Kriminellen sich gezielt im Rathaus bewegten, schließt Geißer vorbehaltlich der polizeilichen Ermittlungen aus. „Die haben nicht gezielt gesucht“, sagt er. Dafür spreche, dass sie nach und nach systematisch Büroraum nach Büroraum aufgebrochen hätten. Putzkräfte hatten den Einbruch am Donnerstag gegen 5.45 Uhr entdeckt. Laut Dietrich Geißer hatten diese ihren Dienst gegen 4.30 Uhr begonnen.

Von Sven Kühling

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