Einbruch fingiert: Geldstrafe für 38-jährige Baunatalerin

Baunatal. „Es war eine riesige Dummheit, aber ich habe daraus gelernt“, sagte die 38-jährige Angeklagte am Freitag vor dem Amtsgericht. Die Hartz-IV-Empfängerin aus Baunatal hatte bereits im Vorfeld des Prozesses gestanden, im Mai vergangenen Jahres bei der Polizei einen Einbruch in ihre Wohnung angezeigt zu haben, der gar nicht stattgefunden hatte.

 Sie gab auch zu, dass sie einen Schaden von rund 26.000 Euro bei der Versicherung geltend machte. Vor dem Amtsgericht wurde sie am Freitag zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen á 15 Euro verurteilt.

Die Liste der Dinge, die die Mutter dreier Kinder bei der Polizei abgegeben hatte, war lang: Angeblich seien ein Laptop, Sonnenbrillen, Schmuck, ein Handy, eine Digitalkamera, Bargeld und vieles andere mehr aus ihrer Wohnung gestohlen worden. Und zwar vormittags zwischen 10 und 12 Uhr. Bei der Versicherung legte sie Belege und Fotos der angeblich gestohlenen Gegenstände vor. Doch die Versicherung traute der Sache nicht, bei einer Überprüfung stellte sich heraus, dass der Einbruch nicht stattgefunden haben konnte, deshalb wurde die Auszahlung der Schadenssumme verweigert.

Versuchter Betrug

Richterin Schweiger wertete dies am Freitag lediglich als versuchten Betrug, freilich, gab sie zu bedenken, wäre der Schaden sehr hoch gewesen. Die vorgetäuschte Straftat hingegen sei „vollendet“ gewesen, zudem attestierte die Richterin der 38-Jährigen eine „gewisse kriminelle Energie“, schließlich habe sie auch noch Belege fingiert. Allerdings, schränkte die Richterin ein, sei das „nicht all zu professionell“ geschehen. Sie rechnete der Frau ihr frühes Geständnis positiv an und berücksichtige im Urteil auch, dass die Angeklagte bisher außer einer Fahrt ohne Führerschein keine Vorstrafen aufzuweisen hat.

Die 38-Jährige sagte am Ende der sehr kurzen Verhandlung, für die keine Zeugen gehört werden mussten, sie habe zwar nach wie vor finanzielle Probleme, denn Schulden würden ihr weiter das Leben schwer machen, doch „ich habe mir professionelle Hilfe gesucht“.

Von Ralf Pasch

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