Unterschiedliche Entwicklung in den sieben Kommunen – Gemeinsame Präventionsarbeit zeigt Erfolg

Einbruch in Wohnung große Belastung

In den Kommunen des Altkreises Kassel ist die Situation durchaus unterschiedlich. Hier Auszüge aus der Kriminalstatistik 2012.

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Fuldabrück

Hier fällt die Zahl der Ladendiebstähle auf, die von fünf auf 25 hochschnellte. Betroffen waren vor allem die Bau- und Möbelmärkte in Bergshausen. Fünf Fahrzeuge, darunter ein hochwertiger Lkw, wurden gestohlen, gefasst wurde keiner der Täter. Stark zurückgegangen auf einen Fall ist der Vandalismus, seit man die Haltestellen erneuert und mit Beleuchtung versehen habe, sagte Fuldabrücks Erster Beigeordneter Eckhard Grebe.

Kaufungen

Die Straftaten befinden sich auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren, die Zahl der Diebstähle reduzierte sich von 122 (2011) auf 87. Alle vier Fälle gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden aufgeklärt. Die Zahl der Diebstähle von Pkw schnellte von einem auf sieben in die Höhe, darunter mehrere Lastwagen in Papierfabrik und ein hochwertiger Mercedes der ML-Klasse. Bei der Aufklärung sei der Zeitfaktor ganz entscheidend, sagte Polizeikommissar Küllmer, denn gestohlene Pkw würden in der Regel sofort über die Grenze gebracht.

Vandalismus an Haltestellen und Graffiti-Schmierereien hätten ganz aufgehört, stellte Bürgermeister Arnim Roß fest.

Helsa

In der Lossegemeinde ist die Zahl der Straftaten gegen den Trend von 135 (2011) auf 147 gestiegen. Eine starke Zunahme gab es bei den Diebstählen aus Wohnungen (von sieben auf 13) – für die Betroffenen eine große Belastung.

Auch bei der Zahl der Rohheitsdelikte gab es einen kräftigen Zuwachs (von 20 auf 33). Hintergrund hierfür seien Schlägereien in und zwischen einigen Problemfamilien, sagte Küllmer. Der Autobahnbau der A 44 werde zu vermehrten Diebstählen in den kommenden Jahren führen. Schon jetzt sei festzustellen, dass auf Baustellen gezielt und sogar auf Bestellung abgeräumt werde.

Lohfelden

Um 12,5 Prozent gesunken ist die Zahl der Straftaten in Lohfelden, mit 540 Fällen verzeichnet man den geringsten Stand seit über fünf Jahren. Der Vandalismus sei „fast vollkommen verschwunden“, sagte Ordnungsamtsleiter Marko Haselböck. Die gemeinsamen Anstrengungen von Gemeinde und Polizei, die vor allem in Zivil – darunter auch junge Bereitschaftspolizisten – aktiv wurde, hätten sich gelohnt, sagte Küllmer.

Bei etlichen Straftaten spielt die Autobahnnähe eine Rolle. So gab es Diebstähle auf der Raststätte am Rüssel, auch Automaten im dortigen Spielsalon wurden manipuliert.

Söhrewald

Die Zahl der Straftaten sank massiv von 110 auf 71. Nur drei Diebstähle aus Wohnungen wurden verzeichnet; im Jahr zuvor war eine südosteuropäische Tätergruppe in einer einzigen Nacht in 15 Wohnungen eingebrochen. Eine darauffolgende Präventionsveranstaltung in der Gemeinde sei leider schlecht besucht worden, sagte Ordnungsamtsleiterin Ute Pormetter, die Zahl der Einbrüche befinde sich im laufenden Jahr 2013 auch wieder im Steigen. Bei den Rohheitsdelikten sei man vom Spitzenwert (2011: 21 Fälle) runter (2012: 16 Fälle), sagte Küllmer.

Nieste

Nur träumen können andere Gemeinden von der Situation in der kleinsten selbstständigen Gemeinde in Hessen, hier wurden 2012 nur 31 Straftaten verzeichnet (2011: 40 Fälle). Zwei Wohnungseinbrüche im Neubaugebiet waren darunter. Die Königsalm mit ihren hunderttausend Besuchern pro Jahr ist ein überraschend sicheres Pflaster. „Es gab hier überhaupt keine körperlichen Auseinandersetzungen“, sagte der Chef des Polizeireviers Ost.

Niestetal

Von 308 (2011) auf 322 gestiegen ist die Zahl der Taten in Niestetal. Vor allem die Zahl der Diebstähle schnellte nach oben (von 63 auf 98). 27-mal wurde in Wohnungen eingebrochen, auch auf Baustellen bedienten sich Diebe, im SMA-Parkhaus brachen sie Autos auf, berichtete Küllmer. Vandalismus und Sachbeschädigung durch Jugendliche seien stark zurückgegangen, sagte Bürgermeister Andreas Siebert. Gründe seien die gute Präventionsarbeit von Polizei, Gemeinde und auch der Gesamtschule. Außerdem sei festzustellen, dass Jugendliche der Facebook-Generation sich weniger auf der Straße und mehr zu Haus aufhielten. (hog)

Rubriklistenbild: © APA/HELMUT FOHRINGER

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