Landkreis Kassel errichtet Gemeinschaftsunterkunft in der Fritz-Erler-Anlage in Fuldatal-Rothwesten

Eine Bleibe für 80 Flüchtlinge

Neue Unterkunft: In dem Gebäude an der Sonnenallee auf dem Gelände der Fritz-Erler-Anlage in Fuldatal-Rothwesten sollen spätestens im November 75 bis 80 Flüchtlinge untergebracht werden. Fotos:  Shuhaiber

Fuldatal. Nach dreimonatigen Verhandlungen sind die Verträge jetzt unterschrieben: Auf dem Gelände der ehemaligen Fritz-Erler-Anlage in Fuldatal-Rothwesten entsteht eine neue Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge, die vom Landkreis Kassel betrieben werden soll.

„Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, Unterkünfte selbst zu betreiben“, sagt Susanne Selbert, Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Kassel. Deshalb werde der Landkreis ab Oktober auch das Flüchtlingsheim in Ihringshausen übernehmen (siehe Hintergrund). Am Dienstagmittag sind die Schlüssel offiziell von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) übergeben worden. In der Gemeinschaftsunterkunft sollen ab Mitte Oktober, spätestens aber ab November, 75 bis 80 Flüchtlinge untergebracht werden.

Der Landkreis Kassel hat das Gebäude an der Sonnenallee nur angemietet - Eigentümerin bleibt die Bima. Die 1000 Euro Miete für das leer stehende Gebäude hat der Bund gestundet, weil der Landkreis in das Gebäude investiert. In den kommenden Monaten nimmt der Kreis rund 500 000 Euro in die Hand, um die seit 2008 leer stehende ehemalige Mannschaftsunterkunft zu sanieren. „Das Gebäude befindet sich in einem guten Zustand“, sagt Selbert. Allerdings müssten die Elektro- und Wasserleitungen sowie die Heizung und die sanitären Anlagen erneuert werden. Anschließend sollen die Böden erneuert und die Wände frisch gestrichen werden. Darüber hinaus sollen in dem knapp 1200 Quadratmeter großen Gebäude zwei Gemeinschaftsküchen und ein Gemeinschaftsraum entstehen. Auf dem 6000 Quadratmeter großen Grundstück sind ein Gemeinschaftsnutzgarten, ein Grillplatz und Spielflächen geplant. Die Unterkunft befindet sich fußläufig etwa einen Kilometer vom Ortskern (mit Supermarkt) entfernt. Von 7.30 bis 20 Uhr fahren zudem stündlich Busse.

Um die Bewohner werden sich zwei Betreuer vor Ort kümmern. Für die Menschen sollen während ihrer Zeit im Heim Deutschkurse, Sportmöglichkeiten und Nachhilfe angeboten werden. Der Landkreis versucht indes, die Flüchtlinge so schnell wie möglich privat unterzubringen und sucht ständig Wohnraum.

Von Alia Shuhaiber

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