Ostermarkt im Seniorenzentrum zeigte die wechselvolle Geschichte der „Genese“ in vielen Bildern

Eine blühende Zukunft statt Ruinen

Gebastelte Kleinode: Ria Hensel (von links) und Erna Dittmann präsentierten im Senioren- und Therapiezentrum Helsa fantasievolle Ostergeschenke voller bunter Eier und Süßigkeiten. Fotos:  Dilling

Helsa. Aus dem vor 100 Jahren eingeweihten ehemaligen Genesungsheim für kaiserliche Soldaten, dem „Genese“ in Helsa, ist ein beliebtes Senioren- und Therapiezentrum geworden. Ein Kindergarten hat sich angesiedelt, die Katholiken haben hier ihre Kirche. Doch es hätte auch anders kommen können. Statt einer blühenden Zukunft hätte es dann eine Ruinenlandschaft gegeben.

Das konnten die Besucher des Ostermarkts am Samstag im Senioren- und Therapiezentrum Helsa anhand der historischen Bilder über 100 Jahre „Genese“ verfolgen, die der Geschichtsverein zum ersten Mal einem großen Publikum präsentierte. Auf einigen ist zu sehen, wie das Gebäude nach dem Zweiten Weltkrieg als Flüchtlingszentrum diente, später verwaiste, geplündert und beschädigt wurde.

Beim Festkommers am Freitag sagte Gerd Vogelsang, Vorsitzender des Geschichtsvereins Helsa, die „Genese’“ habe nach einer wechselvollen Geschichte ein Happy End erlebt. Ob das für die beiden weiteren markanten Gebäude in Helsa, das Merten-Jäger-Haus und den Saal des „König von Preußen“, auch so gut ausgehen werde, da müsse man ein Fragezeichen setzen.

Das Interesse der Besucher an der Ausstellung war groß. In Elisabeth Spaar aus Fürstenhagen, die im Seniorenzentrum wohnt, weckten die alten Fotos vom Nationalsozialistischen Kraftfahrer-Korps, das in der Nazi-Zeit in der „Genese“ sein Domizil hatte, Erinnerungen. Die Motorräder mit Beiwagen hätten vor ihrer Haustür immer furchtbaren Krach gemacht, erzählt die 85-Jährige.

Sie ist froh, dass sie im Seniorenzentrum ihren beiden Hobbys, dem Malen und dem Singen, weiter nachgehen kann. Der Ostermarkt, der auch eine Reihe von Kunsthandwerkern aus der Region zu Gast hatte, bewies, dass viele Bewohner ein Talent zu fantasievollen Basteleien haben. Dazu gehören Ria Hensel und Erna Dittmann, die schönen Osterschmuck hergestellt haben. Dittmann (86) strickt sogar noch regelmäßig Strümpfe. Aber nicht für den Ostermarkt, sondern nur für Verwandte und Freunde. (pdi)

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