Masern: Gesundheitsamt Region Kassel warnt aber weiter vor der gefährlichen ansteckenden Krankheit

Eine gute Impfquote im Altkreis

Kreis Kassel. Eine Impfmüdigkeit bei Masern wie in der Stadt Kassel gibt es laut Dr. Karin Müller vom Gesundheitsamt Region Kassel im Landkreis Kassel nicht. Während es um die Impfquote in der Fuldastadt nicht positiv bestellt ist, stehe der Landkreis insgesamt gut da, sagte die Amtsleiterin auf HNA-Anfrage.

In der Stadt ließen sich laut Schuleingangsuntersuchung in diesem Jahr 90 Prozent der Kinder gegen Masern impfen, im Landkreis liegt die Quote bei 95 Prozent.

Müller warnt davor, das Masern-Risiko auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn obwohl ab einer 95-prozentigen Impfquote eine Verbreitung der Krankheit als ausgeschlossen gilt, seien Masern leider noch nicht ausgerottet, sagt die Ärztin weiter. Erst kürzlich sei ihr ein Vorfall in Nordrhein-Westfalen bekannt geworden, bei dem in einer Kita mehrere Kinder durch eine Erzieherin mit Masern angesteckt wurden.

Darüber hinaus gäbe es in Stadt und Landkreis einige Stadtteile und Kommunen, in denen die Impfquote nicht so gut ist. Negative Ausreißer wie in der Stadt, wo Jungfernkopf etwa mit nur 67 Prozent den schlechtesten Wert aufweist, gibt es im Landkreis Kassel nicht.

Die Impfquote der 13 Kommunen im Altkreis liegt zwischen 90 Prozent (Nieste) und 99 Prozent (Lohfelden). Den niedrigsten Wert im Altkreis hat das kleine Nieste – hier sind 18 Kinder geimpft. Die Amtsleiterin relativiert: „Dies muss nicht zwangsläufig mit einer geringeren Impfbereitschaft in der Gemeinde zu tun haben.“ Denn je kleiner die Zahl der Kinder im Ort, desto ungenauer die Statistik. So könne es sein, dass Niester Kinder bei der Schuleingangsuntersuchung ihr Impfbuch vergessen oder nur eine Impfung bekommen hatten und so die Statistik negativ beeinflusst wurde.

Einige Kinderärzte halten eine Impfung für ausreichend, diese biete jedoch laut Müller nur einen 90-prozentigen Schutz. Eine solche laut Müller zu geringe Impfquote habe bei dem jüngsten Vorfall in Nordrhein-Westfalen vorgelegen. Das Gesundheitsamt rate zu zwei Impfungen.

Ab 95 Prozent habe man „eine supertolle Quote“, sagt Müller. „Der Landkreis steht top da.“

Hintergrund

Von Nicolai Ulbrich und Michael Schräer

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