Irmel und Friedel Armbröster aus Helsa feiern heute das Fest der Eisernen Hochzeit

Eine Heirat ohne Eheringe

Verliebt wie vor 65 Jahren: Irmel und Friedel Armbröster vor dem Flieder an ihrem Haus in Helsa und bei ihrer Hochzeit am 5. Juni 1948 (kleines Bild). Foto+Repro:  Wienecke

Helsa. „Natürlich dürfen Sie das schreiben“, sagt Irmel Armbröster. Sie hat gerade erzählt, dass sie im Nachthemd geheiratet hat. Es diente ihr am 5. Juni 1948 bei der Trauung in Helsa als Unterrock. Darüber trug sie einen selbst genähten Rock und ein Jäckchen aus Fallschirmseide.

Ein Anzug für alle Männer

Seit 65 Jahren sind Irmel und Friedel Armbröster, die eigentlich Irma und Friedrich heißen, heute verheiratet. Gefeiert wird das Fest der Eisernen Hochzeit jedoch erst später. „Meine Damen haben da was arrangiert“, freut sich Friedel Armbröster schon.

„Auch mit dem Anzug des Bräutigams hatte es in der Nachkriegszeit etwas Besonderes auf sich“, verrät Almut Weingart, eine der beiden Töchter des Ehepaares. „Es gab nur einen schwarzen Anzug im Ort. Der wurde zum Heiraten dann von Haus zu Haus gereicht“, erzählt sie.

Ringe standen bei der Hochzeit ebenfalls nicht zur Verfügung. „Deswegen hatte ich immer dolle Chancen bei Frauen, so wie heute noch“, scherzt ihr 89-jähriger Vater.

Obwohl sein Mercedes-Oldtimer abgemeldet ist, soll er nochmal zum Einsatz kommen. „Wir könnten auch mit dem Aufsitzmäher fahren“, erklärt Friedel Armbröster, der zwischendurch schon mal zum selbst geschnitzten Spazierstock greift. Irmel Armbröster ist meist mit ihrem Rollator unterwegs, der an seiner Deutschlandfahne zu erkennen ist. „Wir sind immer in Deutschland, nicht nur, wenn es Fußball gibt“, erläutert sie.

Für 45 Jahre Vorstandsarbeit in der Abteilung Sportschützen wurde die 86-Jährige vom Sportverein (SV) Helsa ausgezeichnet und erhielt den Ehrenbrief des Landes Hessen. Die Treffen der Strickefrauen der Freiwilligen Feuerwehr gestaltet sie seit 20 Jahren mit.

Im Sport- und Gesangverein

„Ich habe insgesamt 17 Mal an Marathonläufen teilgenommen und im Laufe der Jahre 60 000 Kilometer zurückgelegt“, berichtet ihr Mann, der 54 Jahre im Gesangverein Liedertafel 1835 Helsa aktiv war. Über 30 Jahre verkaufte das Paar Lebensmittel und Getränke und führte eine Lottoannahmestelle. Neben zwei Töchtern und Schwiegersöhnen gehören vier Enkel sowie vier Urenkel zur Familie.

Die Geldgeschenke zum Jubeltag werden für die Sanierung des evangelischen Gemeindehauses Helsa gespendet. Pfarrer Matthias Friedrich hat inzwischen erfahren, dass die frisch Verliebten damals eine Woche vor dem Muttertag Flieder aus dem Pfarrgarten entwendet haben sollen. „Vielleicht gehe ich darauf sogar ein“, meint er.

Am Samstag, 8. Juni, hält er ab 11 Uhr einen Dankgottesdienst in der Nikolaikirche in Helsa für das Paar.

Von Bettina Wienecke

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