Lesung des Geschichtsarbeitskreises zu Caroline von Schlotheim lockte 90 Besucher

Eine historische Identifikationsfigur

Historische Atmosphäre: Ingrid Weinbrenner (von links), Lena Schefer, Ludwig Scheffler und Horst Kleinschmidt waren begeistert von dem Andrang der Zuschauer. Foto: Kisling

Ahnatal. Ingrid Weinbrenner war überwältigt von dem Besuch der Lesung des Geschichtsarbeitskreises Spurensicherung Heckershausen. „Es war ein toller Zulauf. Wir waren alle überrascht, das Evangelische Gemeindezentrum war bis auf den letzten Platz gefüllt“, schwärmte sie.

Zum Schwärmen hatte sie auch allen Grund. Denn nach langer Recherche, die zunächst nur für die eigene Familie gedacht war, hatte Weinbrenner eine eindrucksvolle Persönlichkeit erforscht: Caroline von Schlotheim.

Die Wilhelmstaler Adelige, die 1766 geboren wurde, erlangte Berühmtheit, weil sie die Mätresse des Landgrafen Wilhelm IX von Hessen-Cassel war und mit ihm über zehn Kinder hatte. Doch die eigentliche Neugier zu Caroline von Schlotheim wurde in Weinbrenner geweckt, als sie erfuhr, dass die Mätresse und spätere Gräfin von Hessenstein an Ostern 1780 in der Heckershäuser Kirche konfirmiert wurde.

Zugleich stieß Weinbrenner bei ihren Recherchen auf einen ihrer Vorfahren, der ebenfalls in den Geschichtsdokumenten auftaucht: Johann Philipp Range. Range war ein einfacher Heckershäuser Bauernsohn, dem es als Kammerdiener von Caroline von Schlotheim möglich wurde, ohne eigene finanzielle Mittel, die Welt zu bereisen und Eindrücke zu sammeln.

Dass nicht nur Weinbrenner von der Thematik schnell gefesselt war, bewies die Lesung, die die Arbeit abschloss. 90 Besucher waren erschienen, um sich die Geschichte und die Sagen um die Berühmtheit, die einige Jahre in Heckershausen verbrachte, anzuhören.

Zusammen mit Siegrid Schefer und Horst Kleinschmidt trug Weinbrenner ihr Werk vor. Passend zum Stück hatten sich die beiden Heckershäuser Jugendlichen Lena Schefer und Ludwig Scheffler historisch verkleidet und verliehen dem Vortrag somit ein besonderes Ambiente.

Das kam auch bei den Zuhörern sehr gut an. „Es war ein sehr einfühlsamer und detaillierter Vortrag, der sehr nahegehend gestaltet war“, meinte Heiner Range, ebenfalls ein Nachfahre des Heckershäuser Kammerdieners. Ingrid Weinbrenners Werk ist käuflich bei der Spurensicherung Heckershausen für vier Euro zu erwerben. (ptk)

Kontakt: Ingrid Weinbrenner, Telefon 05 61/6 71 24.

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