Seit 50 Jahren haben evangelische Christen in Knickhagen ein eigenes Gotteshaus

Eine Kirche wie ein Zelt

+
Kleines Gebäude, schlicht und modern: Seit 50 Jahren besteht die Christuskirche in Knickhagen.

Fuldatal. Erst seit 50 Jahren gibt es in Knickhagen, dem kleinsten Ort der Gemeinde Fuldatal, eine evangelische Kirche. Am 26. Mai 1963 wurde das neue Gotteshaus als Christuskirche geweiht.

Ein Grund für die Kirchengemeinde, das Geburtstagsjubiläum zu feiern und am Pfingstsonntag, 19. Mai, ab 11.30 Uhr mit einem Festgottesdienst einzuleiten, der von Dekan Wolfgang Heinicke (Hofgeismar) mitgestaltet wird. Anschließend wird es einen Empfang und ein gemütliches Beisammensein im Freien rund um die Kirche geben.

Lang gehegter Wunsch

Mit dem Bau der Kirche ging ein lang gehegter Wunsch der kleinen Kirchengemeinde nach einem eigenen Kirchenraum in Erfüllung. Die Knickhagener evangelischen Christen sind erst seit 1959 eine eigene Kirchengemeinde. Sie besteht aus rund 200 Gemeindemitgliedern.

Seit altersher gehörten sie zur Kirchengemeinde Holzhausen, die mit dem Nachbarort Wilhelmshausen ein Kirchspiel bildete. In dem damaligen Pfarrer Rudolf Lotz hatten die Knickhäger einen Seelsorger, der die Bestrebungen zur Eigenständigkeit und zu einer eigenen Kirche nachhaltig unterstützte und förderte. Nach einjähriger Bauzeit wurde die neue Kirche auf einem Grundstück am Ortsausgang Richtung Rothwesten übergeben und geweiht.

Seit dem Ersten Weltkrieg wurde in der Schule des kleinen Dorfes alle vierzehn Tage ein Gottesdienst abgehalten. Die politische Gemeinde hatte bereits 1866 eine Glocke angeschafft, die im Turm der Schule hing, um das Tagesläuten zu gewährleisten und um bei kirchlichen Handlungen zu läuten.

Die Gläubigen aus Knickhagen mussten in den Jahren davor nach Holzhausen laufen. In der Kirche zeigten sich deutliche Lücken, wenn die Knickhäger bei widrigen Wetterverhältnissen nicht zum Gottesdienst kamen.

Dies alles gehört der Vergangenheit an und ist seit 50 Jahren Geschichte. Nicht nur die Knickhagener freuen sich heute über ihr kleines, schlichtes und modernes, in Form einer Zeltkirche gestaltetes Gotteshaus.

Viele Gläubige aus den Nachbargemeinden kommen zum Gottesdienst in diese kleine Kirche. Sie bietet etwa 100 Besuchern auf hellen Holzmöbeln Platz und wird durch moderne Quaderfenster beleuchtet. Eine kleine Orgel sorgt für die musikalische Begleitung der Gottesdienste.

Ein freistehender Glockenturm rundet das Bild der Kirche ab. Längst hängt dort nicht mehr die Glocke aus dem Jahre 1866. Sie hatte wegen ihres schrillen Klanges ausgedient und wurde 1968 von einer Patenschaftsglocke abgelöst. Seit der 550-Jahrfeier von Knickhagen im Jahre 2008 steht die alte Glocke auf einem Sockel neben dem Turm.

Das Gotteshaus ist eine offene Kirche, die täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr zur stillen Einkehr einlädt.

Von Klaus Hobein

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.