Fraunhofer Iwes investiert eine Million Euro in Testanlagen

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Hier wird bald gebaut: Markus Landau von Fraunhofer Iwes auf dem Außengelände des Prüfstands für Elektromobilität, wo unter anderem eine Klimakammer und Muster-Häuser entstehen. Die Kältemaschine (vorn) sorgt dafür, dass die Stromnetze bei den Testläufen nicht überhitzen.

Fuldatal. Was passiert mit unseren Stromnetzen, wenn demnächst massenhaft Elektroautos auf unseren Straßen fahren und ihren Durst nach Strom stillen wollen? Halten die Netze das aus? Was muss umgebaut werden?

An den Antworten auf diese Fragen arbeitet das 2011 eröffnete Testzentrum für intelligente Netze und Elektromobilität (Systec) des Kasseler Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Systemtechnik (Fraunhofer Iwes) auf dem ehemaligen Kasernengelände in Rothwesten.

Fuldatal wird so zum Schauplatz für die Generalprobe der Energiewende und der Elektromobilität von morgen. Denn mit der vor Kurzem erfolgten Genehmigung des Bebauungsplans durch das Fuldataler Gemeindeparlament ist der Startschuss zur Errichtung weiterer Anlagen auf dem Gelände gefallen. Laut Iwes wird jetzt eine Million Euro investiert. Erste Tests könnten schon im Herbst beginnen.

Mit Millionenaufwand bereiten die Wissenschaftler bereits die Erweiterung und den Umbau ihres Prüfstands für Elektromobilität vor. Die Forscher werden am Ende in der Lage sein, die Energieversorgung von morgen unter realistischen Bedingungen durchzuspielen.

Allein der Bau weiterer leistungsstarker Stromrichter, die unter anderem dazu dienen, das elektrische Energienetz zu stabilisieren, koste 400 000 Euro pro Stück, sagte Diplom-Ingenieur Markus Landau, Gruppenleiter am Fraunhofer Iwes für den Bereich Anlagentechnik.

Außerdem sei der Bau einer Klimakammer, weiterer Energiequellen und von Musterhäusern geplant. Ab nächstem Jahr solle eine modellhafte Infrastruktur stehen, erklärte Landau. Dann können die Wissenschaftler beispielsweise auch testen, wie robust sich ein Elektroauto unter extremen Bedingungen verhält.

Bisher simulieren die Wissenschaftler auf ihrem Prüfstand mithilfe einer selbst entwickelten virtuellen Batterie die Energieversorgung eines Elektromobils. Künftig werden sie auch das gesamte Energiemanagement rund um den neuen Verkehr mit Elektroautos durchspielen können.

„Es geht beispielsweise um die Kommunikation zwischen Ladesäule und Auto“, sagte Landau. Wo tanke ich welchen Strom am günstigsten? Wie schnell darf ich mein Auto im Parkhaus oder in der Garage aufladen, wenn hohe Zusatzkosten für Verteilerkästen und Transformatoren vermieden werden sollen? Auf diese Fragen suchen die Forscher Antworten, die helfen sollen, Modelle für eine neue Stromnetz-Infrastruktur zu entwickeln.

Landau ist optimistisch, dass es mit der Elektromobilität vorangeht. Es sei schon als großer Erfolg zu werten, dass sich die europäischen Staaten endlich auf einen einheitlichen Stecker für die Ladesäulen der Elektromobile geeinigt hätten.

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